Alibiveranstaltung "Grüner Salon" vom Aktionsnetzwerk "Altona steht auf" gekapert
Zur heutigen Veranstaltung des "Grünen Salons" erschienen rund vierzig Aktive aus acht Initiativen aus dem Recht-auf-Stadt Zusammenhang, die sich zu dem Aktionsnetzwerk "Altona steht auf" zusammen gefunden haben um gegen die inszenierte Form von Bürgerbeteiligung zu protestieren.
Wir durch Zauberhand waren für die Teilnehmer des Aktionsnetzwerks ausreichend Ehrenkarten vorhanden mit dem Aufdruck "freier Eintritt - die Stadt gehört allen".
Die Moderatorin wies zu Beginn Ihrer Eröffnungsansprache leicht angesäuert darauf hin, dass sich "die Hälfte der Teilnehmer auf kreative Weise Zugang erschlichen hätten". Sie erklärte, dass die Vortragenden Honorare erhielten und dass wertvolle politische Bildung ihren Preis kosten würde. Darum seinen Eintrittspreise notwendig und drei bzw. fünf Euro wären kulant. Erstaunlich, dass ein "grüner" Lobby-Verein wie die Heinrich-Böll-Stiftung seinen "grünen" Demokratie-Versagerinnen Geld bezahlt und eine Bühne zur Verfügung stellt, auf der sie ihr lädiertes Image polieren können. Für mein Empfinden sollte es anders herum sein.
Nach der Eröffnungsansprache durch die Moderatorin standen einige Aktivisten auf und entrollten diverse Transparente. Ein Teilnehmer trug die Forderungen des Aktionsnetzwerks vor:
- Sofortiger Stopp aller Großprojekte inkl. Masterplänen.
- Schluss mit der Pseudo-Bürgerbeteiligung. Her mit der Entscheidungsbeteiligung für die Anwohner.
- Hamburg braucht sozialen Wohnungsbau.
- Runter mit den Mieten und Baustopp für Büroflächen.
- Keine Umstrukturierung von Grünflächen.
- Schluss mit der Kriminalisierung von Bürgerprotesten.
Nach ihrem Statement rollten die Aktivisten ihre Transparente wieder ein, und verließen die Veranstaltung zusammmen mit den übrigen Protestlern. Die Botschaft war unmissverständlich: Mit Lügnern wollte niemand diskutieren.
Während des Vortrags fiel Lars Andersen, Geschäftsführer der GAL-Fraktion in Altona, unangenehm durch penetrante Zwischenrufe aus dem Publikum auf.
Der Versuch einer Verhöhnung echter Bürgerbeteiligung durch die Alibiveranstaltung "Grüner Salon" konnte heute abgewehrt werden. Einer "grünen" Imagepflege auf Staatskosten darf keine Chance gegeben werden.






Kommentare
Sehr geehrter Herr Andersen,
die einzigen selten dämlichen Beiträge, die ich in den letzten Monaten verfolgen konnte, gingen nicht von Bürgerinitiativen aus sondern von der Hamburger Regierung, allen voran den "Grünen/GAL" (autsch, wie können sie sich eigentlich noch "grün" nennen, scheinheiliger gehts auch nimmer).
Herr Andersen, mal Butter bei die Fische: "Qualifizierten und intelligenten Protest" hatten wir doch schon, aber uuuuuupppps, der wurde doch wegevoziert und der andere, hoppla, von der "Verwaltung" unterschlagen (har, har, jetzt müssen die kleinen Beamten herhalten, weil die Grossen sich verfilzen und gegenseitig die Kohle, äh pardon, die "Beraterhonorare" zuschieben).
Und- wie sie selbst zugeben: der Bürgerentscheid zu Ikea ging ja auch ein bisserl in die Hose.
Hmmm, also was genau Herr Andersen sollen wir jetzt noch mal tun, um so zu protestieren (nachdem ja alle offiziellen Wege von den Politikern bananenrepublikmässig zerschlagen wurden)? Ach ja: weiter die Grünen wählen, hoffen, dass sie sich noch ab und zu vage erinnern, was "grün" sein eigentlich einmal bedeutete und dann als folgsame Schäflein leiten und dirigieren lassen.
Die kennen sich eh nicht so gut aus, die wählenden Schäflein. Mit den ganzen Bestimmungen, Kniffs und Tricks und "mächtigen Investoreninteressen" und so.
Ja klar, Sie und ihre Mitstreiter sitzen am längeren Hebel. Macht aber nix. Wir werden es Ihnen trotzdem recht schwer machen.
Und eins noch zum Schluss:
Lieber ein ehrlicher "Krawallo" als ein verlogener grünangestrichener von mächtigen Investoren und Co. geschmierter Scheinheiliger.
Nun war ich nicht bei der Aktion anwesend, finde jedoch die Ansage, die "Störenfriede" seinen Krawallos unverschämt. Die Bürger haben unzählige Male, gerade in letzter Zeit, ihren Mund aufgemacht und ihre Bedürfnisse geäußert, doch die Politik ist so selbstverliebt, so sehr von der Wirtschaft in den Klammergriff genommen, so sehr auf Machterhalt fixiert, dass von Ihnen jeder Bürgerwille mit den Füßen getreten und missachtet wird. Bitte nicht hinter der "Wir sind die Guten, wir sind für die Bürger da"-Maske verstecken. Augen auf, Fehler eingestehen und - in diesem Fall - stumme Kritik annehmen. Nicht wie in alter CDU- oder Springer-Manier wild um sich beißen ...
Es ist schade, dass die "Gegner" der Planungen für Altona nicht verstehen, dass es hier nicht um ein Wunschkonzert geht, sondern dass viel mehr zwischen unterschiedlichsten Interessen gemeinsam eine spannende Lösung gefunden werden muss.
Der Bahnhof wird verlegt, weil die Bahn sich keinen Sackbahnhof mehr leisten kann/will. Darauf haben die Stadt Hamburg und der Bezirk Altona keinen Einfluß.
Das auf der Fläche ein Park, Wohnungen und auch Büros entstehen ist auch eine Chance für Hamburger, dort zu wohnen, wo sie wohnen wollen. Das dies nicht nur hochpreisig sondern auch in genossenschaftlichem und baugenossenschaftlichen Wohnen geschehen soll, darum geht es zu kämpfen. Aber: Es sind private Eigentümer die die Grundstücke besitzen, nicht die Stadt!
Der Protest von gestern erscheint dumm und unqualifiziert. Vielmehr sollte man beginnen zusammen Lösungen zu finden und nicht die Weltrevolution auszurufen. Ein kostenloses Atelier und eine kostenlose Wohnung hätten wir alle gern!
Herzlichst,
ein alter Altonaer.
F. Franke
Hallo Herr Franke,
danke für Ihren Kommentar hier auf Schreberspacken.
Ihre Anregungen greife ich gern auf und möchte Ihnen eine persönliche Antwort darauf geben:
Grün | Macht | Korrupt. Warum wir auf die "Grünen" so wütend sind.
Herzliche Grüße,
Ralf Hendel
Kleingärtner und Umweltschützer
Ein selten dämlicher Beitrag zu einer in meinen Augen gelungenen Veranstaltung der Böll-Stiftung! Dazu leisteten auch die Recht-auf-Stadt-Aktivisten auf ihre Weise ihren Beitrag. Ihr Kurzauftritt bewies mir, dass sie zugegeben kreativ Krawall machen können, aber offensichtlich nicht in der Lage sind, sich einer inhaltlichen Diskussion zu stellen. Und wessen einziges Interesse es ist, eine Veranstaltung zu stören, darf sich auch nicht wundern, wenn andere (wie ich) ihr Kasperletheater stören!
Glücklicherweise gab es nachdem die Krawallos abgezogen waren, noch eine kontroverse, interessante Diskussion ohne "Theater", in der die ganze Palette der Probleme angesprochen wurde. Dabei wurde deutlich, dass im Spannungsfeld von fehlendem, bezahlbaren Wohnraum und Mangel an Grünflächen bei gleichzeitig leeren staatlichen Kassen und mächtigen Investoreninteressen keine einfachen Lösungen zu haben sind. Jetzt gilt es, allseits aus gemachten Fehlern - etwa beim Bürgerentscheid zu IKEA - zu lernen und sich mit konstruktiven Vorschlägen in die anstehenden Planungsprozesse, etwa für die Bahnhofsflächen, einzubringen. Wer sich der angebotenen Bürgerbeteiligung entzieht, braucht sich auch nicht zu wundern, wenn das Ergebnis nicht seinen Wünschen entspricht.
Lars Andersen
P.s.: Zumindest Gesche Boehlich hat in der Diskussion darauf hingewiesen, dass sie kein Honorar für die Teilnahme an der Veranstaltung bekommen hat.
Lieber Lars,
früher sind die GALlier auf derartige Veranstaltungen gegangen und haben mit der von uns gewählten Protestform versucht, auf die Etablierten einzuwirken.
Erinnerst Du das noch? Erinnerst Du ebenfalls noch, wie die damaligen „Etablierten“ reagiert haben? Richtig – die haben damals ebenfalls von Kasperletheatern, Krawallos, dämlichen Beiträgen und fehlenden inhaltlichen Diskussionspotential gesprochen.
Ja, damals gab es auch mächtige Investoreninteressen und leere Kassen. Spannungsfelder aller Art waren in größter Fülle vorhanden. Sie sind nun wirklich nichts Neues in der Politik.
Bitte erläutere uns, warum die GAL mit Ihrer heutigen Politik etwas anderes betreibt, als die „Etablierten“ zu den Gründungsjahren der grünen Bewegung?!
Du führst gemachte Fehler an und willst lernen. Deiner nicht näher beschriebenen Bürgerbeteiligung, setze ich den praktischen Vorschlag entgegen, dass Du und die Grünen sich gerne in unseren Altonaer Bürgerinitiativen beteiligen können und Ihr in praktischer Arbeit kennenlernen dürft, wie Dein und Euer Gebaren ankommt. Hier findet Ihr Fachleute, Betroffene Eurer Politik und interessierte Bürger, denen sich noch nicht einmal eine Honorarfrage stellt. Dürfen wir Dich in der Buchenhof-Wald-Ini bald wieder begrüßen? Bringst Du Frau Boehlich und Frau Hajduk dann regelmäßig zu den nächsten Treffen mit?
Ich freue mich auf Deine Antworten. Ohne diesen Antworten vorgreifen zu wollen, zitiere ich zwei schillernde Persönlichkeiten, die der grünen Partei anlässlich ihres 30. Geburtstag am 13. Januar 2010 im Deutschlandfunk in den Informationen am Morgen gratuliert haben:
O-Ton Peter Gauweiler: Ich wünsche denen wirklich alles, alles Gute, gute Besserung, und ich wünsche ihnen, dass sie ganz bestimmte Dinge, wegen derer sie ja gegründet worden sind, dass sie sich die nicht selber wegnehmen. Es ist eine Marotte zu denken, dass man der bessere Mensch sei. Alles Gute, gute Besserung, nehmt euch zusammen, von euerem alten schwarzen Peter.
O-Ton Jutta Ditfurth: Was ich den Grünen wünsche? - Eigentlich gar nichts, aber dann doch, dass sie mal ein bisschen zu Potte kommen damit, ihren Vereinigungsparteitag mit der FDP vorzubereiten.
Viele Grüße gez. Axel