Bericht über die Infoveranstaltung zum Flächenverkauf am 19.10.2008 im Klgv Kiesgrube e.V.
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Pünktlich um zehn begann die Veranstaltung. Es waren 137 Gartenfreundinnen und Gartenfreunde der Einladung gefolgt, 42 aus dem Verein Kiesgrube, der Rest aus den anderen Vereinen.
Referentin war Beate Hufnagel, 1. Vorsitzende des Heimgartenbundes und Mitglied der Initiative „Apfelbaum braucht Wurzelraum“. Sie wurde begleitet von Ralf Hendel, Mitglied des Vereins Kiesgrube und Initiator und Gestalter der „Schreberspacken“- Website. Rainer Scholz, der die Veranstaltung ursprünglich leiten wollte, konnte aus Genesungsgründen nicht kommen. Beate hat dankenswerter Weise kurzfristig zugesagt, ihn zu vertreten.
Zu Beginn sprach Beate über die Geschichte des Finanzierungsproblems. Vor 10 Jahren gerieten erstmals die Kleingärten in den Fokus der Planer, woraufhin einige Gärtner, darunter auch Beate, die Initiative AbW ins Leben riefen. Bereits damals vertrat die Initiative den Standpunkt: Deckel ja, aber bitte anders finanziert. Im Herbst 2007 beauftragte der Staatssekretär Fuchs die Planungsgesellschaft Deges mit einem Lärmschutzgutachten. Diese schlug vor: einen punktgenauen Lärmschutz, nämlich einen „kurzen“ Deckel bis zur Abfahrt Bahrenfeld, ansonsten Lärmschutzwände und Galerien. Die Aussage vom Dezember 2007 lautete: keine Kleingärten zur Deckelfinanzierung.
Nach den Senatswahlen tauchten die Gärten plötzlich doch wieder im Koalitionsvertrag auf. Die Stadt Hamburg wünscht sich einen „langen“ Autobahndeckel, vom Elbtunnelausgang bis zum Volkspark. Der Bezirk Altona müsste dafür 128 Mio € aufbringen, und zwar durch Grundstücksverkäufe entlang der Autobahn. Herr Scheuermann, Mitglied des Planungsausschusses schlug hierzu die Kleingartenflächen vor.
Daraufhin strengte AbW das Bürgerbegehren an, in dessen Verlauf wir uns derzeit befinden.
Die wichtigsten Themen und Fragen des Vormittags:
Das Bürgerbegehren – der Bürgerentscheid
Mit 2700 gesammelten Stimmen bis Anfang September konnte ein dreimonatiger Planungsstop erreicht werden. Bis Ende November müssen 5870 reale Stimmen gesammelt werden, damit das Begehren als erfolgreich gelten kann. Diese Stimmenanzahl wird wahrscheinlich zusammenkommen (aktuelle Zahlen immer auf dieser Website). Aber Beate sagte, dass wir so viele Stimmen wie möglich sammeln sollten. Wir sollten „Sympathien verströmen“, wie sie so schön formulierte. Denn: je mehr Menschen informiert sind, desto leichter wird die zweite Runde – der Bürgerentscheid. Ralf sagte, dass es sein kann, dass gezielte Publicity gegen uns gemacht wird. Dem sollten wir entgegenwirken. Deshalb: weiter Stimmen sammeln. (Die Unterschriftenliste gibt es auf dieser Seite als Download) Die ausgefüllten Listen gehen zurück an die auf der Liste genannten Personen oder andere Aktive, die sie mitnehmen können. Unterschreiben können alle im Bezirk Altona gemeldeten Personen ab 18 Jahren (der Bezirk erstreckt sich vom Schanzenviertel bis nach Rissen, also noch jede Menge Möglichkeiten...)
Der Bürgerentscheid wird, wenn das Schlichtungssgespräch scheitert, wahrscheinlich im Juni 2009 stattfinden.
Eine Frage, die häufig gestellt wird, wurde auch am Sonntag aufgeworfen: Was ist, wenn der Bürgerentscheid erfolgreich war und trotzdem ignoriert wird (Beispiel Bismarckbad)?
Beate sagte, dass das Bad bereits verkauft war, als der Entscheid lief. Mit den Gärten verhält sich das [hoffentlich] anders. Und darüber können wir uns dann Gedanken machen, wenn es soweit ist. Ein Gast sagte zu dem Thema: „...kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken!“
Öffentlichkeit
Ein Kommentar bemängelte die einseitige Darstellung der Schreber in den Medien (Deckelverhinderer, Betonköpfe etc.) Zu diesem Thema äußerten sich Ralf Hendel und Martina Plarre aus dem Verein Kiesgrube.
Ralf stellte die von ihm erstellte Internetseite vor. Sie soll zum einen uns selbst dienen als Informationsquelle und Möglichkeit, miteinander in Kontakt zu bleiben, zum anderen soll sie aber auch der Missinformation entgegenwirken, die [zum Teil bewusst] betrieben wird. Die Website bietet die Möglichkeit, von Journalisten wahrgenommen zu werden.
Martina, die bereits mit "Apfelbaum braucht Wurzelraum" auf dem Spritzenplatz stand, war ebenfalls aktiv geworden. Sie und Scholastica Dey haben die Genehmigung für einen Infostand am Volkspark. Unterstützer in welcher Form auch immer werden dringend gebraucht. Wir müssen uns selber darstellen. Der Infostand bietet die Möglichkeit, Leute anzusprechen, zu informieren und noch mehr Unterschriften zu sammeln. Weiterhin gab Martina eine Liste durch, auf der sich die Leute, die aktiv mitarbeiten wollen, eintragen konnten, ca. 30 kamen zusammen. Erstes Aktiventreffen: Sonntag 2.11.2008 um 10.00 Uhr im Vereinshaus Kiesgrube.
Der Aufruf zum Ideensammeln kam und zum Festhalten der Ideen. Vorschläge waren: ein Laternenumzug im Herbst/Winter, Flohmarkt auf dem Parkplatzgelände im Frühjahr (angeregt von Susanne Heere).
Fragen
Wieviel Gärten hätten auf dem Autobahndeckel Platz?
Beate hatte keine genauen Zahlen. Schätzungsweise 350 Gärten jzu e 250qm.
Gibt es andere Finanzierungsmöglichkeiten?
Es gäbe wohl andere Optionen (siehe Elbphilharmonie), aber die Finanzierung ist Entscheidung des Bezirks.
Ist der Autobahndeckel für die Anlage von Gärten überhaupt geeignet?
Der Landesbund hat sich dazu wohl abschlägig geäußert, da der Autobahndeckel wegen Reparaturmaßnahmen u.ä. wohl zugänglich bleiben müsse. Beate bezweifelte jedoch, ob der Landesbund sich durchsetzen könne.
Guntram von "Apfelbaum braucht Wurzelraum" merkte an, dass außerdem die Zusage vom Bund, dass Gärten auf den Deckel können, noch aussteht. [Laut Planungsausschusssitzung wird eine Aussage dazu im Oktober erwartet.]
Wann müssten wir mit der Kündigung der Pachtverträge rechnen?
Wahrscheinlich 2016, wenn der Deckel fertiggestellt sein soll. Beate bat uns, bitte weiter die Lauben zu pflegen und die Hecken zu schneiden, am besten auf 1m – um den Leuten Einblick in unsere Gärten zu gewähren.
Gibt es Abfindungen?
Ein Gärtner hatte etwas von 3000 € gehört, die man im Kündigungsfall bekäme. Beate konnte nichts Genaues dazu sagen, aber auf jeden Fall bekäme man wohl die Schätzsumme. [Andere, auch Gärtner, wussten mir von weitaus höheren Summen zu berichten. Von irgendwelchen Märchenangeboten sollte man sich nicht täuschen lassen. die Verfasserin]
Inwieweit ist die Ersetzung der Kleingartenflächen überhaupt adäquat? Ist juristisch etwas machbar?
Die Beurteilung von Angemessenheit ist nicht einfach. „Adäquat“ steht leider nicht im Bundeskleingartengesetz, wie Beate sagte. Sie sieht dort keine Möglichkeit.
Was befindet sich unter dem Verein Kiesgrube, kann man dort überhaupt bauen?
Keine Sorge, die Sanierung würde die Stadt zahlen.
Was wird aus den Dauerbewohnern?
Konkret konnte Beate das nicht sagen. Es gibt die Aussage der Planer, dass kein Kleingärtner finanziell leiden soll. Das Thema der Dauerbewohner könnte Teil des Schlichtungsgespräches werden.
Gegen halb zwölf war der offizielle Teil der Veranstaltung zu Ende, es wurde noch Kaffe getrunken und diskutiert.
Fazit: viele Fragen konnten geklärt werden, es war ein anregender Vormittag, Ideen harren ihrer Umsetzung oder sehen ihr entgegen, Kontakte wurden geknüpft und unser Zusammenleben in den Vereinen hoffentlich ein Stückchen mehr belebt.
Wir sollten, auch wenns herbstet, in Bewegung bleiben!
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Kommentare
Impressionen vom Planungsausschuss: BSU hält Gartenstadt Altona für nicht seriös realisierbar
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Die Altonaer Politiker sind ernsthaft der Meinung, dass für 270 m Deckel...
Offener Brief an Bischöfin Maria Jepsen wegen Räumung der Kleingartenanlage "Am Holstenkamp"
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Siehst du Ralf Sie hat den Brief erhalten..also keine voreiligen Schlüsse...
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Lieber Ralf, erstaunlich aber wahr. Am 15.7. hat Maria Jepsen unseren...
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Liebe Gartenfreunde,die Bischöfin Maria Jepsen kann ab sofort nicht mehr...




Kommentare
vielen Dank für Ihr Feedback und den Bezug auf das unselige Flugblatt!
Den Original-Wortlaut habe ich soeben hier auf der Seite veröffentlicht.
Lärmschutz ist wichtig - der Deckel eine schöne Sache, wenn man ihn sich leisten kann - aber die letzten bestehenden Grünflächen in Altona und Bahrenfeld platt zu machen kann einfach nicht angehen.
Viele Grüße,
Ralf Hendel
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AUTOBAHNDECKEL - JA
GÄRTEN AUCH!
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Irgendwo taucht immer mal wieder das Gerücht auf, die Kleingärtner würden mit Beträgen in fünfstelliger Höhe abgefunden.
Diese Summe steht meines Wissens für Erschließungskosten je Grundstück in irgend einem Planungsbericht und wurde irgendwann von irgendwem mal als Abfindung mißverstanden. Erstaunlicherweise hält sich diese Gerücht recht hartnäckig...
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AUTOBAHNDECKEL - JA
GÄRTEN AUCH!
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