Der KLOH-Deckel - Chance für Altona?
Bericht von der Veranstaltung der Altonaer CDU und GAL Fraktionen, die gestern abend im Gemeindesaal der Christuskirche in Hamburg-Othmarschen stattfand. Die Veranstaltung war als Informationsgespräch angekündigt und wurde von Herrn Dr. Franz Wauschkuhn - einem Journalisten und Volkswirt - moderiert.
Gemeinsam mit Herrn Dr. Wauschkuhn saßen Herr Michael Scheuermann vom Amt für Landes- und Landschaftsplanung, Herr Uwe Szczessny, Vorsitzender der CDU-Fraktion Altona, und Frau Gesche Boehlich, Vorsitzende der GAL-Altona, mit auf der Bühne.
Im ersten Teil hat Herr Scheuermann den Stand der Planungen umfassend anhand einer Powerpoint-Präsentation aus der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU) vorgestellt, die Frau Hajduk auf ihrer Pressekonferenz im wesentlichen ebenfalls verwendet hat. Zusätzlich wurde eine Folie mit den geplanten Zeitabläufen für die drei Deckelabschnitte in Bahrenfeld, Stellingen und Schnelsen dargestellt und erläutert. Im Anschluss haben Frau Boehlich und Herr Szczessny kurz Ihre Sichtweise als Politiker vorgestellt.
Den zweiten Teil bildete eine Diskussion mit Fragen aus dem Publikum. Aus den Antworten gab es zwischen den Zeilen sehr viel Interessanteres zu erfahren als aus den Beiträgen der Referenten.
Frau Boehlich hat die Frage beantwortet, wo die fehlenden 150 bis 200 Kleingärten entstehen sollen. Die zusätzlichen 150 bis 200 Kleingärten werden auf den Flächen bestehender Kleingärten entstehen.
Das war kein Witz oder Versprecher! Im Klartext bedeutet dies, dass die Politik fest einplant und darauf baut, dass ein Drittel der bestehenden Kleingärtner auf dem Autobahndeckel nicht neu beginnen und ihre Kleingärten aufgeben werden. Dies ist die politische Wahrheit der Aussage "es werden keine Kleingärten vernichtet".
Die Nachfrage zum Planungsstand und den Kosten für Luftfilterung konnte nicht beantwortet werden. Herr Szczessny sprach davon, Abgasemissionen und CO2 abzuscheiden. Eine Machbarkeituntersuchung für Abluft-Filterung mit Ermittlung der dafür anfallenden Kosten existiert bislang nicht.
In Nebensätzen wurden noch zwei wichtige Aussagen abgegeben:
Es existieren zwar in mehreren Städten Autobahndeckel - nirgends jedoch ein Deckel über acht Spuren. Der geplante Deckel ist ein Pilotprojekt. Bei solchen Projekten ist immer mit unerwartet auftretenden Problemen zu rechnen, die weitere Kosten nach sich ziehen. Eine belastbare Kostenkalkulation kann bei solchen Erstversuchen nicht gegeben sein.
Herr Dr. Wauschkuhn sagte, dass er ein Drittel an Mehrkosten für "vollkommen normal" hält. 400 Millionen vom Bund plus 180 Millionen von der Hansestadt plus ein Drittel oben drauf würde rechnerisch bereits einen Betrag in Höhe von 754 Millionen für den erweiterten Autobahndeckel ergeben.
Auf früheren Veranstaltungen hat sich Herr Bernt Grabow von der Deckelinitiative "Ohne Dach ist Krach" - der gestern ebenfalls anwesend war - darüber beklagt, dass er wegen des Autobahnlärms die Tür seines Wintergartens manchmal gar nicht öffnen mag.
Für mich stellt sich immer stärker heraus, dass der erweiterte Autobahndeckel ein Kostenintensiver Luxusdeckel für Othmarscher Hausbesitzer sein wird. Da sich dies so schwer aussprechen lässt, schlage ich vor, in Zukunft nur noch vom KLOH-Deckel zu sprechen.
Herr Dr. Wauschkuhn versuchte die Veranstaltung mit einem Konsenz-Fazit zu beenden; es sei immerhin gut, dass alle Teilnehmer für den Deckel sind. Für den Lärmschutzdeckel trifft das sicherlich zu. Ob die Mehrheit der Anwesenden auch den KLOH-Deckel begrüßt, wage ich zu bezweifeln.
Pressespiegel
Hamburger Abendblatt: Stadtplaner stellen Zeitplan für A-7-Deckel vor
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Kommentare
Impressionen vom Planungsausschuss: BSU hält Gartenstadt Altona für nicht seriös realisierbar
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Die Altonaer Politiker sind ernsthaft der Meinung, dass für 270 m Deckel...
Offener Brief an Bischöfin Maria Jepsen wegen Räumung der Kleingartenanlage "Am Holstenkamp"
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Siehst du Ralf Sie hat den Brief erhalten..also keine voreiligen Schlüsse...
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Lieber Ralf, erstaunlich aber wahr. Am 15.7. hat Maria Jepsen unseren...
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Liebe Gartenfreunde,die Bischöfin Maria Jepsen kann ab sofort nicht mehr...




Kommentare
Hallo Anonymus,
prinzipiel haben Sie Recht. Eine Argumentation, die sich gegen Deckel an sich richtet, wird nicht sonderlich Ziel führend sein. Und entspricht auch überhaupt nicht meinem Anliegen.
Aber es scheint mir sinnvoll, darauf hinzuweisen, dass hier die Kleingärtner für die Luxusprobleme einiger weniger zahlen sollen.
Natürlich dann auch im Hinblick auf die weit über hunderttausend Hamburger, die einem teils deutlich größerem Lärm ausgesetzt sind und für die nicht soviel Geld ausgegeben wird.
Im übrigen liegt mein Garten 300m von der Autobahn entfernt. Gut; Stille ist anders. Ich habe aber mal in der Holstenstraße gewohnt. Das ist denn doch eine ganz andere Liga als z. B. die Gottorpstraße mit dem derzeitigen Lärmschutz.
Viele Grüße
[...] um die Gewinnung von Flächen geht, mit denen Hamburg weiter verdichtet werden soll. Die Versprechen der Altonaer Bezirkspolitiker, er würden nur in dem Maße Gärten verlagert, in dem neue Gärten auch auf den [...]
Wenn hier eine Summe von ca.750 Mio. im Raum stehen sage ich mir nur "armes Deutschland".Bei einer bevorstehenden Rezession und einem lahmenden Arbeitsmarkt auf Jahre hinaus, bin ich zu der Meinung gekommen : Gebt das Geld für wichtigere Sachen aus. Wir sollten aus dem Fehler "Elbphilhamonie doch jetzt schon dazu gelernt haben."