"Diese Koalition war ein Fehler" - Interview mit Lars Andersen nach einem Jahr CDU / GAL in der Mopo
In der heutigen Ausgabe der Hamburger Morgenpost befindet sich anläßlich des einjährigen Bestehens der CDU-GAL Koalition in Hamburg ein sehr interessantes Interview mit dem Altonaer Bezirksabgeordneten Lars Andersen:
"Diese Koalition war ein Fehler"
Zitate daraus:
Kritisch muss man den Bereich Stadtentwicklung und Umwelt sehen. Dort zeigen wir zu wenig Profil. Von einer Richtungsänderung merkt man da nichts. Das sieht man schon am neuen Motto: Statt "Wachsende Stadt" heißt es jetzt "Wachsen mit Weitsicht". Statt Quatsch gibt's jetzt Quatsch mit Soße. Großprojekte wie Moorburg, Elbvertiefung und Elbphilharmonie laufen einfach weiter. Ich finde das schlecht. Und auch bei Möbel Höffner hat die GAL kein Profil gezeigt, die Senatorin ist einfach abgetaucht.
Meines Erachtens leidet die GAL an einer Auszehrung, was das aktive Engagement ihrer Mitglieder angeht. Das Thema innerparteiliche Demokratie und Diskussionskultur ist auf den Hund gekommen. Auf Parteitagen wird den Mitgliedern ein Fertiggericht vorgesetzt, das dann alle schlucken müssen. Das schmeckt vielen nicht. Und auch der Landesvorstand ist eine Werbeagentur für die Senatsvertreter. Eine eigene Meinung wird da gar nicht formuliert.
Der vollständige Artikel befindet sich hier auf Mopo online.
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Update:
Die Seite wurde inzwischen vom Netz genommen
(26.03.2009)



Kommentare
Die Ergebnisse der Umfrage befinden sich hier auf mopo-online.
Anja Hajduk
Arbeitseifer: Groß. Kraftwerk Moorburg, Hafenquerspange, A7-Deckelung, Stadtbahn, Stadtwerke - sie bewegt viele Themen.
Größte Leistung: Ihr Arbeitseifer.
Größter Fehler: Viele Ankündigungen. Was kommt, bleibt unklar. Genehmigung Moorburg. Verhinderung Bürgerbegehren zur A7-Deckelung.
Auftreten: Energisch, manchmal unwirsch.
MOPO-Note: 4+
Meine Hochachtung gilt Lars Andersen, der den Mut hat, seinen stromlinienförmigen ParteikollegInnen Paroli zu bieten. Seinen "Sündenkatalog" der GAL möchte ich gern noch ergänzen. Die GAL mag sich zwar für mehr Demokratie durch Volksentscheide engagieren, aber schon bei Bürgerentscheiden auf Bezirksebene verflüchtigt sich das Demokratieverständnis. Erst vor kurzem hat GAL-Senatorin Hajduk ein Bürgerbegehren in Altona, das sich für den Erhalt von Kleingärten und Grünflächen einsetzt, ausgehebelt. Die ehemalige Umweltschutzpartei entblödet sich nicht, städtisches Grün der Bauwut zu opfern. Der Umweltschutz wird Profitinteressen geopfert und eine linke Kraft ist die GAL auch schon lange nicht mehr.
Mit freundlichen Grüßen
Doris Foitzik
Absolut zutreffender Kommentar, liebe Frau Foitzik !
Als Handlanger von Profitinteressen sollte die GAL einmal den Werbeprospekt der Firma Garbe zur Vermarktung des
"Premiumwohngebiets Othmarscher Kirchenweg"
(ehemalige Schwesternhäuser des AK) studieren. Dort heisst es u.a. wörtlich:
Zur grünen Lage des Wohnbaugrundstücks trägt auch eine Schrebergartensiedlung im Osten des Quartiers bei.
Das ist geradezu pervers ! Handelt es sich dabei doch genau um die Flächen, die zwecks Finanzierung des A 7- Deckels für weiteren Wohnungsbau vorgesehen sind.
Es sind also nicht nur die Kleingärtner und große Teile der Altonaer Bevölkerung die von verantwortlichen Politikern und Bauwirtschaft verschaukelt werden, sondern auch potentielle Immobilien-Käufer. Ich gehe jede Wette darauf ein, dass die Firma Garbe auch bei der sogenannten "wirtschaftlichen Verwertung" von Grün- und Kleingartenflächen im Bieterverfahren dabei sein wird, um dann kräftig abzusahnen.
Die aktuellen Preise für Eigentumswohnungen (90-175qm WF) bewegen sich übrigens zwischen 315.000 und 554.000 €. Ein weiteres Indiz dafür, dass grüne und soziale Politik der GAL völlig abhanden gekommen ist. Oder gibt es noch ein "soziales Gewissen" in dieser Partei?
Dann übernehmen Sie bitte: Herr Lars Andersen !
Beste Grüße von Harald Hoerner