Elbphilharmonie Richtfest: Pressemitteilung und Video von der Protestaktion
PRESSEMITTEILUNG AG ELBPHILHARMONIE IM NETZWERK "RECHT AUF STADT"
Mit den Aktionen rund um das Richtfest zum größten Hamburger Bauprojekt vom 28. bis 30. Mai 2010 bekräftigt die AG Elbphilharmonie im Netzwerk "Recht auf Stadt" ihre prinzipielle Kritik an der Elbphilharmonie:
Eine im Jahr 2003 von ArchitektInnen und StadtplanerInnen aus der Tasche gezogene Idee hat wenig später die halbe Stadt kirre gemacht: die Schaffung mindestens eines der bedeutendsten Konzertsäle der Welt. Darunter durfte es nicht sein.
Der Senat brachte Ende 2004 dann ein Giga-Vorhaben auf den Weg, das längst jede Bodenhaftung verloren hat. Von Anfang an wurde das völlig unausgereifte Projekt durchgepeitscht, unter dem Jubel einer damaligen Parteienkoalition von CDU/ FDP/ SPD/ GAL. Im Juli 2005 war noch von 77 Mio. € Kosten für die Stadt die Rede, mittlerweile sind wir offiziell bei 323 Mio. € angelangt, die Summe von 350 Mio. absehbar.
Die Elbphilharmonie - sie sollte ganz ursprünglich Ende 2007 fertig gebaut sein (gerade rechtzeitig zur Bürgerschaftswahl im Februar 2008) -geht inzwischen mit einer Nachforderung des Baukonzerns Hochtief nach der anderen einher. Ein soeben eingesetzter Parlamentarischer Untersuchungsausschuss soll klären, wie es zu der absehbaren Verfünffachung der Kosten kommen konnte und die politisch Verantwortlichen benennen, die rechtzeitig von dem Desaster wussten und
das Vorhaben trotzdem durchgewunken haben.
Doch die Kritik an dem von Größenwahn geprägten Vorhaben geht viel weiter.
Wer wollte und vor allem wer braucht eigentlich so ein Objekt?
Wer wird sich die Eintrittskarte erlauben können?
Wie viele öffentliche Gelder sollen noch ausgegeben werden für die wenigen NutzerInnen?
Was für eine dekadente Stadtentwicklung ist das überhaupt?
Eine Hafen-City, die mit "Millionärsturm" und Elbphilharmonie die Reichen befriedigt, während immer mehr Menschen in dieser Stadt Schwierigkeiten haben, den immer teureren Alltag zu finanzieren? Die vergeblich nach (nicht vorhandenen) bezahlbaren Wohnungen Ausschau halten?
Die als 1-€-Kräfte oder mit einem Minilohn darben müssen, der nicht einmal zum Lebensunterhalt reicht?
Das im Sommer 2009 gebildete Netzwerk Recht auf Stadt ist angetreten, eine andere Stadtentwicklung einzufordern:
Eine Stadt, in der auch Menschen mit wenig Geld am öffentlichen Leben teilnehmen können und u.a. die kulturellen Initiativen in den Quartieren gefördert werden.
Eine Stadt, die die Viertel nicht der schrankenlosen "Aufwertung", permanenten Mieterhöhungen, der Gentrifizierung und Verdrängung überlässt und stattdessen reichlich bezahlbare Wohnungen baut.
Eine Stadt, die den Vielen nutzt, die sie bewohnen und auch für kostenfreie und gute Kinderkrippen, Kitas und Schulen für alle sorgt.
Die Elbphilharmonie mag für den reichen Teil der Gesellschaft ein neues, international wirkendes Aushängeschild sein. Für den anderen, sehr viel zahlreicheren Teil der HamburgerInnen ist die Elbphilharmonie dagegen das Symbol für ein überteuertes und überflüssiges Machwerk, das Ihnen vor Augen führt, für wen diese Stadt aus- und hergerichtet wird.
Wir setzen dem eine grundsätzliche Kritik, eine Stadtentwicklung von unten entgegen.
Wir wollen, dass die Menschen in dieser Metropole selbst zu PlanerInnen und GestalterInnen ihrer Umgebung werden. Wir wollen eine Stadt für Alle, ohne Elbphilharmonie und den ganzen Schnickschnack, der uns das Geld für die wirklich wichtigen Projekte der Menschen in der Stadt raubt! Mit 323 Mio. bzw. 350€ hätten so viele gute Ideen umgesetzt werden können.
SOFORTIGER STOPP DES PROJEKTS ELBPHILHARMONIE
DAFÜR DIE SOFORTIGE BETEILIGUNG DER MENSCHEN BEI ALLEN ENTSCHEIDUNGEN DER STADTENTWICKLUNG
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Kommentare
Fahrt zur Hölle, Prostitiker!
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Mensch Ralf, Politik ist doch das schmutzigste Geschäft überhaupt. Du...
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Wundert dich das? Nicht wirklich. Wir haben doch die ganze Zeit mit...



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