IGS 2013: Natur verkommt zu "Wettbewerbsgelände" - zur geplanten "Verschönerung" des Elbhangs
Auf der Webseite der "internationalen gartenschau hamburg" kann man sich heute schon einen Eindruck darüber verschaffen, wie die Otto-Linne-preisgekrönten Entwürfe zur "Verschönerung" des Elbhangs aussehen. Es scheint noch nicht klar, ob dort tatsächlich gebaut werden wird. Wenn ja würde in Hamburg wieder ein Stück Natur unwiderruflich zerstört werden.
Für die Perspektive einer wachsenden Stadt, in der um jeden Preis gebaut werden muss, ist schon die Bildunterschrift "Blick auf das Wettbewerbsgelände." bezeichnend.
Hier der vollständige Beitrag im Wortlaut:
Hamburg, 2. Dezember 2009 – Erstmals seit 1997 vergibt die internationale gartenschau hamburg (igs 2013) gemeinsam mit der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU) wieder den Otto Linne Preis. Prämiert wurden Arbeiten Studierender der Fachrichtung Landschaftsarchitektur und junge Landschaftsarchitektinnen und -architekten bis 39 Jahre aus aller Welt. Aufgabe war es, die „Wasserterrassen Neumühlen“ im Bezirk Altona neu zu gestalten, ein rund 5.000 Quadratmeter großes und dreißig Meter ansteigendes Wettbewerbsgebiet zwischen der Straße Neumühlen und der Elbchaussee.
Insgesamt vierzig Wettbewerbsbeiträge wurden aus aller Welt eingereicht, drei Entwürfe von der siebenköpfigen Jury unter Vorsitz der Landschaftsarchitektin Professor Gabriele Kiefer, Berlin/Braunschweig ausgezeichnet: Am 2. Dezember 2009 verliehen Staatsrat Christian Maaß von der BSU und Geschäftsführer Heiner Baumgarten von der igs 2013 im Rathaus Altona den Otto Linne Preis für urbane Landschaftsarchitektur. Die Aufgabe für die jungen Architekten bestand darin, ein von überdachten Parkplätzen und einer Buskehre dominiertes Grundstück an der Straße Neumühlen im Bezirk Altona in eine ansprechende Freianlage zu verwandeln. Eine besondere Herausforderung stellte dabei die Hanglage des Grundstücks und der Umgang mit dem diffus aus den wasserführenden Steinschichten austretenden Wasser dar. Der Otto Linne Preis ist mit insgesamt 12.000 Euro dotiert und wurde nach dem ersten Hamburger Gartendirektor Otto Linne (2.12.1869-4.6.1937) benannt, der mit seinen fortschrittlichen Ideen, Planungen und Gestaltungen die grüne Identität Hamburgs prägte.
„Mit dem Otto Linne Preis möchten wir junge Studierende und Absolventen fördern und Impulse für die Stadtentwicklung und unsere Grünanlagen setzen“, erklärte Staatsrat Christian Maaß in seiner Festrede. „Otto Linne war als erster Hamburger Gartenbaudirektor Pionier und Visionär. Er erfand die kleinen Stadtteilparks in den Arbeitervierteln und kann heute als ‚Anwalt des Sozialen‘ ein Vorbild für junge Landschaftsarchitektinnen und -architekten sein. Ich freue mich, dass wir so viele und so gute Beiträge aus aller Welt eingereicht bekommen haben. Der Gewinnerbeitrag verbindet besonders gut die angrenzende Grünfläche und die Wanderwege und stellt damit auch eine besonders gute Verbindung zum Stadtteil her.“
Heiner Baumgarten, Geschäftsführer der igs 2013, würdigte das hohe planerische und künstlerische Niveau der Wettbewerbssieger. „Die Entscheidung fiel uns nicht leicht. Alle Entwürfe zeichnen sich durch ihre kreative Auseinandersetzung mit der ungewöhnlichen Topographie aus Geesthang, Industriebrache und Wasserlandschaft aus.“ Wettbewerbssieger ist das Team der Berliner Studierenden Mania Lohrengel, Sophie Holz und Luca Gilic. „Am Fuße des Elbhanges entsteht eine große Spielfläche“, erklärte Heiner Baumgarten. „Das eisenhaltige Hangwasser, das aus den Gesteinsschichten austritt, wird in Betonbändern aufgefangen, die mit der Zeit die rote Färbung annehmen und sich wie Bachläufe über die grüne Wiese schlängeln. Diese gelungene ästhetische und zugleich nutzungsorientierte Ausführung verbindet die angrenzenden Grünflächen und Wanderwege miteinander und bietet zugleich vielfältige Spiel- und Erholungsmöglichkeiten.“
Den zweiten Preis erhielten die jungen dänischen Landschaftsarchitekten Signe Rabölle Nielsen und Palle Feldborg Olesen aus Alborg, der dritte Preis ging an die Studierenden Alexander Roscher aus Dresden und Katharina Lembcke aus Kirschau. „Besticht der Siegerentwurf durch seine künstlerisch-spielerische Gestaltung des Grundstücks, so überzeugt die Idee der Vizepreisträger durch ihre kontemplative Verbindung von Stadt und Land“, so Heiner Baumgarten. „Der gesamte Elbhang wird terrassiert, das austretende Wasser durch Wildpflanzen gereinigt und über kleine Wasserfälle und Rinnsale in einen Teich überführt. Ganz anders wiederum der dritte preisgekrönte Entwurf, der mit der Gestaltung einer großen Aussichtsterrasse die einzigartige Elblage des Grundstücks hervorhebt.
Die Wettbewerbsbeiträge des Otto Linne Preis 2009 werden vom 3. Dezember bis zum 17. Dezember 2009 in der ehemaligen Seefahrtschule in Altona, in der Rainvilleterrasse 4 im 2. Obergeschoss, ausgestellt. Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonnabend von 14.00 bis 19.00 Uhr.



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