Planungskosten des Autobahndeckels - Finanzierung 2.0
In der aktuellen Debatte taucht immer wieder der Begriff eines "Finanzierungs-Deltas" auf. Für die, die es nicht wissen: ein "Delta" ist eine Fehlmenge. Das "Finanzierungs-Delta" des erweiterten Autobahndeckels beträgt derzeit 20-40 Millionen. Peanuts eigentlich.
So beiläufig erfährt man auch, dass in den Mehrkosten für den erweiterten Autobahndeckel von derzeit 127 Millionen Euro die Kosten für die Planung des erweiterten Deckels noch gar nicht enthalten sind. Das wäre bei der gegenwärtigen Haushaltslage zu schwer vermittelbar - es ist sicherlich vernünftiger, dies zu gegebener Zeit scheibchenweise einstreuen. Ich habe einen besseren Vorschlag:
Hamburg braucht Finanzierung 2.0
Liebe Planer, wacht auf! Werdet endlich modern!
Schont die Hamburger Liquidität - die braucht ihr schließlich noch für wichtige Vorzeigeprodukte der Hansestadt. Der erweiterte Deckel lässt sich ganz bequem per Cross Border Leasing finanzieren.
Der Deckel wird für 100 Jahre an amerikanische Finanzinvestoren verleast und Hamburg zahlt lediglich eine geringe Nutzungspauschale. Ohne Risiko - der Kontrakt wird selbstverständlich versichert. Namhafte Versicherer haben sich auf auf solche Kontrakte spezialisiert. Alles Profis. Von dem gesparten Geld können wir die A7 gleich auf 10 Spuren verbreitern, damit wir die globalen Warenströme von Stockholm nach Palermo nicht ausbremsen.
Erfolgreiche Case-Studies können bei den Stadt-Kämmerern der Städte Wuppertal und Gelsenkirchen erfragt werden.
Ach ja:
Das "Grün-Delta" für Hamburg beträgt beim derzeitigen Planungsstand meines Wissens übrigens 15-25 Hektar. "Grün-Delta" hört sich viel besser an als "Verlagerung" - den Begriff, den die Grünen benutzen. Wir sollten uns den Planern gegenüber anständig verhalten und in Zukunft nicht mehr "Vernichtung von Kleingärten" sprechen.
"Grün-Delta" erinnert an mäandernde Flüsse, Sumpflandschaften und Mangrovenwälder. Ein "Grün-Delta" in einer Stadt kann nichts schlechtes sein!
Wir brauchen viel mehr "Grün-Deltas" in unserer "wachsender Stadt"!



Kommentare
Wenn die Planungskosten noch nicht eingeplant sind, verstehe ich das so, dass noch keine Planungskosten aufgelaufen sind. Sonst müssten sie ja eingerechnet werden. Wenn aber noch keine nennenswerten Planungskosten aufgelaufen sind, gibt es auch noch keine tiefergehenden Planungen. Woher wissen die verantwortlichen dann aber, dass der ganze Spaß 127 Millionen kosten soll?