Biotop in Schnelsen wird zerstört! Passt das zur "Green Capital 2011"?
[fünftes Update vom 12.03.2010]
[ursprünglicher Artikel vom 03.03.2010, 15:15]
Zwischen der Peter-Timm-Straße und dem Flagentwiet wird in diesen Minuten ein ca. 2 Hektar großes Biotop mit über 100 Jahre alten Eichen, riesigen Buchen und Fichten und einer großen Feuchtwiese zerstört. Außerdem gibt es einen nicht zu unterschätzenden Totholzbestand. Insgesamt sind hunderte Bäume betroffen.
Und das ohne Baum- oder Artenschutzfachlichem Gutachten! In diesem Gebiet leben viele schützenswerte Tiere, wie z.B. Habichte, Fledermäuse, Buntspechte und diverse Amphibien.
Auf dem Gelände soll eine riesige Druckerei entstehen - mitten in einem reinen Wohngebiet.
Anbei Fotos, die wir vor wenigen Minuten gemacht haben, sowie ein Foto unserer Demonstration vor dem Ortsausschuss Lokstedt am Montag. In Kürze gibt es hier mehr Informationen!
Sibylle Wirzbach, Dag Augestad
[Update vom 04.03.2010, 12:45]
Ja, es stimmt: Die laut aktuell rechtsgültigem B-Plan aus dem Jahr 1996 als erhaltenswerten Bäume und Baumreihen sind auch zum Fällen markiert. Seit heute morgen ist schon wieder ganze Arbeit geleistet worden, Fotos folgen. Ein gültiger Fällbescheid liegt uns trotz zahlreicher Anfragen immer noch nicht vor. Trotzdem werden hier gerade unwiderrufliche Fakten geschaffen.
Zudem gibt es in dem Gebiet rechtsverbindliche Pachtverträge mit direkten Anwohnern, die laut Aussage von Herrn Schmalz aus der Finanzbehörde plötzlich "keine Gültigkeit haben".
Stay tuned, weitere Infos folgen!
Dag Augestad
[Update vom 07.03.2010, 19:00]
Hier übrigens ein aktueller Mopo-Artikel zu dem Thema:
www.mopo.de/2010/20100306/hamburg/politik/bezirk_will_uralte_baeume_faellen.html
(Leider steht dort "Peter-Timm-Weg", nicht Peter-Timm-Straße". :-/)
Übrigens: Vielen Dank für die zahlreichen Kommentare; um ehrlich zu sein: ich hätte nicht im Traum daran gedacht, auf so eine große Resonanz zu stoßen!
Dag Augestad
[Update vom 09.03.2010, 15:00]
Seit heute morgen sind die Motorsägen weiterhin im Einsatz gewesen. Die Arbeiter reden mittlerweile kein Wort mehr mit mir, daher ist es schwer, dort Informationen zu bekommen. Ich sammle gerade Fotos von Nachbarn, um sie Euch zur Verfügung zu stellen...
Dag Augestad
[Update vom 11.03.2010, 12:30]
Da ich Schreberspacken.de nicht unnötigerweise mit hunderten von JPGs belasten will ;-), habe ich mal weitere Fotos hier hochgeladen:
miniplenty.de/PTS/Thumbnails.html
Eins der Unternehmen ist bereits übrigens "enttarnt":
Dag Augestad
[Update vom 12.03.2010, 14:30]
Ich habe mal ein aktuelles Video von heute vormittag hochgeladen:
Achtung, ich habe es noch nicht geschnitten:
- Wenn Ihr ungeduldig seid, spult gerne vor. Erst in den letzten 20 Sekunden passiert wirklich etwas.
- Die Datei ist (noch) groß. Selbst mit guter Internet-Anbindung braucht man für den Download (noch) fast eine Minute.
Normalerweise würde man im Hintergrund eine beeindruckende "waldähnliche Kulisse" sehen. Diese ist allerdings in den letzten Tagen beseitigt worden.
Dag Augestad










Kommentare
Die Druckerei wird nur die Gelegenheit nutzen zwecks Umzug sich der Leute zu entledigen,die sie immer schon loswerden wollten.
Hoffentlich wissen daß die Angestelten .
Wage ich zu bezweifeln.
Man sollte sie einfach mal informieren: www.eurodruck-hh.de/kontakt.html
Rechtfertigungen der folgenden Art:
1. Industriegebiet seit 1955, 2. Gewerbegebiet seit 1996, 3. 100 neue Arbeitsplätze
anbei ein paar Antworten in Kurzfassung:
zu 1. Die Ausweisung Industriegebiet beweist, dass das Gelände 1955 am Stadtrand lag, weit ab von jeglicher Wohnbebauung, jetzt liegt es mitten im reinen Wohngebiet, daher wird lediglich unterstrichen, dass man versäumt hat, den Flächennutzungsplan an die neue Situation anzupassen.
zu 2. Der Bebauungsplan hätte aufgrund des großen und alten Baumbestands niemals so aufgestellt werden dürfen, s. Pkt.1. Hier wurde ausgenutzt, dass die damaligen Anwohner nur an ihre eigenen Belange gedacht haben und froh waren, dass Gewerbegebiet nicht vor der eigenen Nase zu haben, sondern in die 2. Reihe schieben zu können. An Umweltschutz und nachhaltige Stadtentwicklung hat hier niemand gedacht
zu 3. es entstehen keine 100 neuen Arbeitsplätze für Hamburg, die Arbeitsplätze werden nur nach Schnelsen verlagert. Gerüchten zufolge sollen sogar nur 60 Arbeitsplätze von den zuvor 100 erhalten bleiben, das heißt 40 Arbeitnehmer würden durch den Umzug entlassen.
Insgesamt gesehen ist das was gerade passiert eine große Katastrophe, ein riesiger Verlust für Schnelsen, dass zunehmend mit ortsbildzerstörenden Nutzungen wie Unmengen an Discountern, lieblos hingeworfenen Gewerbegebieten und Tierfuttermärkten vollgestellt wird. Von der besonderen noch ländlichen Struktur mit dem hohem alten Baumbestand bleibt immer weniger. Irgendwann wird sich die Bevölkerungsstruktur ändern, weil niemand mehr zuziehen wird, der noch eine Wahl hat. Und danach wird es genauso verramschen wie schon viele andere Teile der Stadt, die ohne Sinn und Verstand sich selbst überlassen werden.
Wir ziehen bestimmt vorher weg!
Transparenz und Bürgerbeteiligung spielen in Hamburg kaum noch eine Rolle.
Da der Senat, der Ortsausschuss und auch der Bezirk hier wieder geschlossen hinter einer Entmündigung des Bürgers steht (gerade von den Linken hätte ich eine Opposition erwartet), werde ich ab sofort die Piratenpartei wählen, weil ich nur noch da die Stärkung der Bürgerrechte sehe.
- schnelsener Anwohner -
Sorry, hier die Version mit korrekten Umlauten:
Welche Partei als nächstes wählen?
Transparenz und Bürgerbeteiligung spielen in Hamburg kaum noch eine Rolle.
Da der Senat, der Ortsausschuss und auch der Bezirk hier wieder geschlossen hinter einer Entmündigung des Bürgers steht (gerade von den Linken hätte ich eine Opposition erwartet), werde ich ab sofort die Piratenpartei wählen, weil ich nur noch da die Stärkung der Bürgerrechte sehe.
- schnelsener Anwohner -
Hier der Link dazu:
www.piratenpartei.de/navigation/politik/transparenz
- schnelsener Anwohner -
Die Frage ist eigentlich nur rhetorisch, denn hier zählt nur, dass mit den Einnahmen in Schnelsen erstmal ein paar Haushaltslöcher gestopft werden können. Da sind sich alle parteiübergreifend einig, hat man ja im Ortsausschuss gesehen. Genaugenommen ist es zumindest auf Ortsebene völlig egal, wen man von den etablierten Parteien wählt.
Ein totaler Lacher sind die "Grünen" - die Daseinsberechtigung dieser Partei löst sich gerade in Luft auf.
Es ist ein offenes Geheimnis, dass eine Mitbegründerin und ehemalige Bundesvorsitzende der Grünen zu den Piraten gewechselt hat: Angelika Beer.
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,663211,00.html
Eine rhetorische Frage: Was könnte sie dazu wohl veranlasst haben?
- schnelsener Anwohner -
Sicherlich kann man den Unmut der Anlieger verstehen, aber unter Berücksichtugung der Tatsache, dass dieses Gebiet seit 1955 als Industriegebiet und seit 1996 als Gewerbegebiet ausgewiesen wurde, stellt sich die Frage, warum man nicht mindestens seit 1996 gegen des "Gewerbegebiet" demonstriert hat. ??
Wer sich dort angesiedelt hat, mußte damit rechnen, das sich irgendwann dort ein Gewerbebetrieb niederläßt.
Für Hamburger Unternehmen ist es aufgrund der geringen Gewerbeflächen in Hamburg nicht ganz einfach, geeignete Flächen zu finden. Hamburg ist sehr bemüht Firmen geeignete Flächen anzubieten um ein abwandern von Firmen - und damit Gewrbesteuerzahlern- in das Umland zu verhindern. Es hat in der Vergangenheit genug Beispiele gegeben, daß Firmen nach Schleswig-Holstein oder in andere Bundesländer abgewandert sind, weil es Probleme bei der Ansiedlung in Hamburg gab. Für die betroffenen Anwohner vielleicht ein Sieg, für Hamburg als Empfänger der Steuerzahlungen eine Niederlage und somit auch für alle Bürger.
Viele kommentare scheinen mir auch von starkem Egoismus geprägt zu sein. Siehe auch das beispiel
Kindergarten - ja gerne - aber bitte nicht in meiner Nachbarschaft.
Ansiedlung der Druckerei ja - aber bitte eine andere Gewerbefläche (betrifft dann mich nicht mehr).
Es wäre angebracht, die Diskussion fairer zu führen und nicht die Neuansiedler als Störenfriede anzusehen.
Wir haben über genau dieses Thema schon genug geschrieben, um diese vermeintlichen Argumente entkräften zu können. Die hundertste Wiederholung hilt da auch nichts. Es würde allerdings helfen, zu versuchen den angerichteten Schaden zumindest ansatzweise wieder gut zu machen, auch wenn wir den Erfolg der Maßnahme aufgrund der gemäß Bebauungsplan lächerlich jungen "Ersatzpflanzungen" wahrscheinlich alle nicht mehr erleben werden.
Sibylle Wirzbach, Anwohnerin
Ein Großteil der Anwohner kannte den Bebauungsplan "Schnelsen 8", von 1996 nicht. Erst durch Anfragen bei der BSU durch verstärkte Vermessungsaktivitäten sowie Presseartikel über Ausgleichsflächen zum A7- Deckel kam dieser ans Tageslicht.
Die Fläche galt bisher als minderwertig (steht mehrere Monate des Jahres unter Wasser), als auch schlecht erschließbar. Kein Wunder also, das sie im Dornröschenschlaf lag.
Mir stellt sich nach wie vor die Frage, warum wird nicht auf erschlossene, freistehende Flächen in unmittelbarer Nähe zurückgegriffen wird. Sogar der neue Bezirksamtsleiter von Eimsbüttel, Herr Sevecke hat begriffen, das der Erhalt von Landschaftsachsen und Grünzügen absolut notwendig ist (aus seinem Zehn-Punkte-Programm).
Ein Kindergarten wäre übrigens eine gute Alternative, da dieser kein Drei-Schicht-Betrieb mit Wochenendbetrieb ist, sehr gerne.
Nicole B. (Anwohnerin)
Jeder der Zeit hat, sollte sich dieses "Schlachtfeld der gefallenen Bäume" ansehen. Ich stand sehr betroffen dort. Die letzten grünen Lungen werden zerstört. Unsere Kinder sind hier aufgewachsen und haben dort schon vor über dreißig Jahren gespielt. Diese Gewerbefläche ist falsch geplant, sie liegt viel zu nah am Wohngebiet.
Heinz S. (Anwohner)
Ich rufe alle anderen Interessenten auf, sich die Baumstümpfe der gerodeten Fläche ein letztes Mal anzusehen. Und die Flächen, die laut offizieller Potentialanalyse von der Fällung "ausgenommen" sind.
Eine zweite Chance wird es nicht geben.
Dag Augestad
Siehe http://druck-medien.net/aktuell/newsdetail/article/11521-eurocaribe-druck-und-verlag-druckerei-neubau-geplant/home/
Ja, diese Information kann ich bestätigen.
Die Frage ist: Welche zwei anderen mittelständischen Unternehmen sind dabei? Ich habe da zwar einige Hinweise, möchte diese allerdings nicht ungeprüft nach außen lassen...
Die "Soko" kümmert sich drum...
Dag Augestad
Schweinerei hier wird die Natur aufgrund des Commerz ohne Rücksicht auf Verluste geopfert.Schöne Stadt Hamburg Green Capital
2011.
Immer wird von irgendwelchen Leuten, die alles glauben was man ihnen erzählt, die Bäume seien nur ein paar Jahre alt. Ich empfehle sich einfach mal selber zu informieren und wenn man sich nur mal das Luftbild bei Google-Maps ansieht.
Die Bäume sind bis zu 150 Jahre alt, insgesamt ist der Baumbestand sehr gemischt. Es ist nicht nur, wie von einigen Quellen behauptet wird "Grüner Wildwuchs", was das auch immer sein soll (klingt irgendwie wie grober Unfug). Die Fläche war bislang unbebaut, ist also absolut unbelastetes Grünland - wo gibt es das denn noch?
Die Fläche ist Teil eines Biotopverbunds mit Kontakt zu den naturnahen Flächen auf der anderen Seite der AKN und hat mit insgesamt 20.000qm auch noch eine nennenswerte Größe.
Laut Gutachter hat Hamburg allerdings mit unkontrolliertem grünen Wildwuchs zu kämpfen und das Vorkommen von Bäumen nimmt in den letzten 40 Jahren drastisch zu?! Komisch dass ich immer noch ohne Machete bis zu meiner Haustür komme.
Wenn man allerdings sämtliche Maßnahmen (siehe z.B. auch das Beispiel Albertinen-Krankenhaus, das IGA-Gelände, das Haus des Waldes...) zusammen nimmt, die gerade in jüngster Zeit mit diesen Argumenten durchgesetzt werden, ohne dass zur Zeit wirklich jemand den Überblick in diesem Durcheinander von Bezirken und Senat hat, dürfte sich mittlerweile ein eher erschreckendes Bild abzeichnen. An keiner Stelle werden die Maßnahmen gebündelt und bewertet, bevor es zu spät ist. Alles plant fröhlich aneinander vorbei. Bestes Beispiel dafür ist, dass die Parkanlage neben dem Gewerbegebiet, die als Ausgleichsfläche für dasselbe gedacht war jetzt von der BSU auf den Autobahndeckel! verschoben werden soll, damit auf der dann ehemaligen Parkanlage (mit immerhin 7000qm dichtem Baumbestand) ein weiteres Wohngebiet! (mit tollem Ausblich auf die hochmoderne Mediendruckerei und den Parkplatz auf dem die Autos der 100 neuen Arbeitnehmer stehen) entstehen kann. Begründung seitens des Bezirks die Maßnahme beim Fällantrag nicht weiter zu berücksichtigen: "Das wird doch von einer anderen Stelle geplant"
Und dieses Argument von Haus des Waldes ist ja wohl total lachhaft. Die Alternativflächen beeinträchtigen weder ein Biotop noch ein Wohngebiet, das ist der Unterschied. Das ist typisch für Leute die so schlicht gestrickt sind, dass sie glauben wo ein Vorteil für die einen da ein Nachteil für die anderen. Es gibt auch Lösungen die so intelligent sind, dass alle was davon haben, man darf nur nicht so denkfaul sein nicht danach zu suchen.
Danke, dass Sie mir soviel Tipparbeit ersparen, um die Situation darzulegen! Faktisch stehe ich zu fast 100% hinter Ihrem Kommentar.
Dass der Baumbestand Hamburgs in den letzten 6-7 Jahrzehnten zugenommen hat, kann ich so schnell nicht widerlegen (auf den Nachweis warte ich bis heute). Allerdings muss man dann immer in Betracht ziehen, dass Hamburg nach dem 2ten Weltkrieg total zerstört war. Daher ist es müßig und nicht zweckdienlich, den Baumbestand einer fast vollkommen zerstörten Stadt als statistische Grundlage herbeizuziehen.
Genau das macht allerdings der Ortsausschuss bzw. Herr Lutz, der anstelle eines Baum- oder Artenschutzfachlichem Gutachten einfach mal ein lapidares Potentialgutachten erstellt hat (in Fachkreisen auch oft "Gefälligkeitsgutachten" genannt).
Fakt ist, dass in den letzten Jahren der Baumbestand in Hamburg rapide abnimmt.
Der zahlenmäßig geschönte Bild-Artikel (die katastrophalen Jahre 2005 bis 2007 sind ausgespart) spricht eine deutliche Sprache: www.bild.de/BILD/regional/hamburg/aktuell/2009/08/28/von-wegen-gruene-hauptstadt/wo-bleiben-die-baeume.html
Dag Augestad
Ich war vor ein, zwei Wochen vor Ort, und muss sagen, dass viele Bäume deutlich größer und imposanter sind, als die, die auf den Fotos zu sehen sind!
Bitte auch diese hier zeigen, sonst entsteht ein falscher Eindruck!
H. Müller
Da haben Sie natürlich Recht. Ich werde daher in Kürze weitere Fotos hochladen.
Dag Augestad
Die Fotos habe ich zwecks Bandbreitenschonung für Schreberspacken.de ausgelagert (siehe Update im Artikel):
miniplenty.de/PTS/Thumbnails.html
Dag Augestad
Hoffentlich, weiss die Druckerei auf was sie sich dort einläßt. Das Gelände ist ziemlich sumpfig. Irgendwie nicht der optimale Standort für eine große Halle mit schweren Maschinen. C. Gätgens
Ich sehe schon die sich ins Erdreich arbeitenden, riesigen Rammen, die auch noch die letzte Fledermaus, den letzten Habicht und den letzen Specht usw. vertreiben. Genau das ist nämlich bei diesem Untergrund nötig.
Vermutlich wird nach den Bauarbeiten dann doch ein artenschutzfachliches Gutachten erstellt: "Hier ist nichts mehr vorzufinden."
Dag Augestad
Es gibt einen dramatischen Artenrückgang in Hamburg, der unter anderem durch solche Baumaßnahmen gefördert wird. Die Tierwelt ist stark gefährdet, Hauptursache hierfür ist eine verfehlte Stadtentwicklungspolitik mit zu hohem Flächenverbrauch.
Der Erhalt der letzten Landschaftsachsen und Grünzüge, insbesondere am Stadtrand ist wichtig. Gegenwärtig werden in den Umweltzonen deutscher Städte immer mehr ökologisch wertvolle Bäume abgeholtzt. Über Klimaschutz., Ökologie und Nachhaltigkeit wird in diesem Zusammenhang nicht mehr nachgedacht . Vergessen sollte man nicht, dass Bäume zur CO2- Reduktion im erheblichem Maße beitragen, sie wandeln CO2 in Sauerstoff um.
Eine 100 Jahre alte Buche zum Beispiel, verwertet unter optimalen Bedingungen, 6 Kg CO2 am Tag und erzeugt 5 Kg Sauerstoff.Um ökölogischen Ersatz für den Abgang eines solchen Baumes auszugleichen, müssten ca. 5400 junge Bäume mit einem Kronen- volumen von 0,5 m3 gepflanzt werden (Quelle : Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, 2000).
Erstaunlich ist es auch, dass leerstehende Gewerbeflächen in der Nachbarschaft liegen die zum Kauf angeboten werden.
... und Schnelsen ist der Wühltisch
Das ist alles irgendwie wie bei Karstadt/Arcandor. Erst werden hektisch die Immobilien verkauft um die klammen Kassen zu stopfen und danach kommt die Insolvenz.
Lebensqualität und Stadtentwicklung bleiben auf der Strecke...Eigentlich sollte man inzwischen dazugelernt haben.
Immerhin bekommt "Hamburg - wachsende Stadt" damit eine ganz neue Bedeutung - AUSVERKAUF
Unglaublich? ich habe hier schon als Kind in diesen Wald gespielt. Hier wird die Demokratie mit Füßen getreten.Diese Eiche ist
weit über 100 Jahre alt.
Wenn es nur um eine einzelne Eiche ginge, die ein dreistelliges Alter erreicht hätte, wäre es schon schlimm genug.
Es sind aber weit mehr alte (und noch ältere) Bäume betroffen.
Dag Augestad
Da kommt echt der Bürokrat durch! Wenn man schon die Bibel in einem historischen Kontext lesen soll, müsste man sich das dringend auch für Flächennutzungspläne vornehmen.
1955 zu Wirtschaftwunderzeiten lag das Gelände noch am totalen Stadtrand, merkt man ja schon an der Ausweisung Industriegebiet, die ja nochmal ne Stufe härter ist als Gewerbegebiet. Klar wollte man damals jede Menge Flächen für die stark wachsende Wirtschaft.
Nur mittlerweile ist drum herum ein Wohngebiet gewachsen und das Gelände liegt nicht mehr am Stadtrand sondern mitten drin. Schon 1996 hätte man das Gelände zum Wohngebiet machen sollen. Die natürliche Grenze die bislang Gewerbegebiet vom Wohngebiet getrennt hat wird gerade vernichtet. Richtig toll!...und danach dürfen sich Druckerei und Wohngebiet praktisch gelegen auf einem Grundstück lieb haben.
Wir sollten alle Drucker werden, aber wahrscheinlich gibts da nur 100 x 400,00€- (oder 1,00€-) Jobs? Auf jeden Fall viel Spaß mit den neuen Nachbarn!
Vielleicht sollten wir alle eine Trauerfeier für die nachhaltige Stadtentwicklung abhalten (man könnte die Einladungskarten ja gleich nebenan drucken lassen) - Potentiale zerstören und anderswo nicht wieder aufbauen (mal ausgenommen in irgendwelchen Schnöselvierteln)
Ich verstehe die Aufregung nicht. Das Gelände ist doch schon seit 1955 als Industriegebiet ausgewiesen worden und seit 1996 als Gewerbegebiet.
Hamburg braucht keine Biotope, Hamburg braucht Gewerbeflächen. Immerhin werden 100 Arbeitsplätze geschaffen in einer hochmodernen Druckerei. Die paar Anwohner werden das irgendwann schon verkraften.