Pressemitteilung des Gängeviertels: Initiative räumt zwei Gängeviertel-Häuser, um Steuergeld zu sparen
Pressemeldung (Hamburg, 26.10.'09)
Initiative räumt zwei Gängeviertel-Häuser, um Steuergeld zu sparen.
Forderung an den Senat, vom Vertrag mit dem Investor zurückzutreten.
Die Initiative "Komm in die Gänge" ist heute aus zwei zentralen Gebäuden des Gängeviertels ("Fabrik" und "Druckerei") gezogen und damit einen großen Schritt auf die Stadt zugegangen. Der Senat ist vertraglich zu einer Übergabe der beiden geräumten Gebäude an den Investor Hanzevast verpflichtet. Die Initiative verhindert daher mit ihrer Räumung der Gebäude,
dass durch Schadensersatzforderungen in Millionenhöhe von Hanzevast unnötig Steuergelder verschwendet werden. Dieses Zugeständnis versteht die Initiative nicht als Rückzug.
Um ihr Ziel zu erreichen, die Gebäude in ihrem Bestand zu erhalten und somit das kulturelle Erbe zu schützen, erschließt die Initiative weitere 6000 qm Fläche im Viertel: sämtliche begehbaren Obergeschosse und die drei bislang noch leer stehenden Gebäude werden der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Ihr Entgegenkommen verbindet die Initiative mit folgenden Forderungen:
- Wir geben dem Senat nochmals die Gelegenheit schnellstmöglichst den Vertrag mit Hanzevast rückabzuwickeln, was bislang von Finanzsenator Freytag persönlich verhindert worden ist.
- Wir fordern daher vom Senat, baukulturelle und soziale Verantwortung zu übernehmen und es der Initiative "Komm in die Gänge" zu ermöglichen, das Viertel denkmalgerecht instand zu setzen sowie ihr langfristiges Entwicklungskonzept umzusetzen.
- Wir fordern den Rücktritt von Finanzsenator Michael Freytag. Nicht nur, aber auch im Gängeviertel hat Freytag bewiesen, dass er nicht in Lage ist, das Interesse der Hamburgerinnen und Hamburger an einem sorgsamen Umgang mit öffentlichem Grund und Boden und dem kulturellen Erbe der Stadt zu vertreten.
- Außerdem soll die Stadtentwicklungssenatorin Anja Hajduk ihrer Aufgabe nachkommen, öffentlich Stellung zum Erhalt des Gängeviertels zu beziehen.
- Wir fordern weiterhin, die Winterfestmachung der Gebäude, die uns bereits zugesichert wurde, auch umzusetzen.
- Wir fordern die Offenlegung der Verträge mit Hanzevast, zumal nach unserem Erkenntnisstand keine Vertraulichkeitsklausel mit dem Investor Hanzevast besteht.
Mit der Forderung nach "Recht auf Stadt" solidarisieren wir uns mit allen bedrohten Hamburger Initiativen wie No BNQ, Frappant, Centro Sociale, GartenKunstNetz e.V., Vorwerkstift u.v.a.
Am 22. August 2009 hat die Initiative "Komm in die Gänge" begonnen, ein kulturelles Hoffest zu veranstalten, das bis heute andauert und schon über 15.000 Besucher hatte. Die Initiative will damit die denkmalwürdigen Gebäude retten und zugleich auf die Raumnot der Kulturschaffenden und sozialen Projekte in Hamburg hinweisen.




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