Kurzfassung des Gutachtens "Bedarfsanalyse Kleingärten in Hamburg" aus dem Jahr 2003
Aktueller Kleingartenbedarf und Nachfragemotive von Haushalten in Hamburg
Gutachten im Auftrag der Freien und Hansestadt Hamburg
Behörde für Umwelt und Gesundheit
Fachamt für Stadtgrün und Erholung
konsalt
Gesellschaft für Stadt- und Regionalanalysen und Projektentwicklung mbH
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KURZFASSUNG
Einführung
Die Behörde für Umwelt und Gesundheit, Hamburg, vertreten durch das Fachamt für Stadtgrün und Erholung, vergab im August 2002 einen Auftrag zur Durchführung einer Analyse der derzeitigen und zukünftig zu erwartenden Bedarfssituation sowie der Nachfragemotive nach Kleingärten in Hamburg an das Hamburger Forschungsinstitut konsalt - Gesellschaft für Stadtund Regionalanalysen und Projektentwicklung mbH.
Hintergrund und Anlass des Gutachtens ist das Leitbild einer „wachsenden Stadt“ des Senats der Freien und Hansestadt Hamburg.1 Zielsetzung dieses Leitbildes ist die Stärkung der Metropole Hamburg als Wohn- und Wirtschaftsstandort. Es soll insbesondere der Abwanderung von jungen Familien in das Umland entgegengewirkt, und es sollen neue zukunftsträchtige Unternehmen und Arbeitsplätze nach Hamburg geholt werden. In diesem Zusammenhang stellte sich für den Hamburger Senat auch die Frage, wie sich die Nachfrage nach Kleingärten mittel- bis langfristig darstellt und ob gegebenenfalls Kleingartenflächen, für die kein Bedarf und keine Nachfrage vorhanden ist, für andere Nutzungen in Frage kämen.
AUSGANGSSITUATION
Der gesamte hamburgische Kleingartenbestand betrug zum 1. Januar 2003 35.736 Kleingartenparzellen, die sich auf insgesamt 390 Anlagen verteilen. Diese Anlagen nehmen eine Fläche von 1.925 ha ein. Der öffentliche Grünflächenanteil an der Gesamtfläche beträgt 340 ha.
Über 90 Prozent der Kleingärtner in 306 Vereinen sind im Landesbund der Gartenfreunde organisiert. Kleingartenanlagen sind Teil des Hamburger Freiraumverbundsystems 2 und verbinden an vielen Stellen die vorhandenen Parkanlagen miteinander. Etwa fünf Prozent der Hamburger Haushalte verfügen über einen eigenen Kleingarten. In Hamburg kommen auf einen Kleingarten 20 Geschosswohnungen, in Berlin ist das Verhältnis 1:17, in Bremen 1:9, in Hannover 1:10.(3) Kleingartenanlagen haben neben Parks und anderen öffentlichen Grünflächen eine wichtige Funktion als Freizeit- und Erholungsort insbesondere für die im Umfeld wohnende Bevölkerung.
Fragestellungen
· Wie hoch sind die jetzige sowie die zukünftige Nachfrage (bis 2015) nach Kleingärten in Hamburg?
· Wie viel Prozent der Hamburger Haushalte haben grundsätzliches Interesse daran, einen Kleingarten zu pachten und zu bewirtschaften, und wie viele Haushalte fragen konkret einen Kleingarten nach?
· Wie lässt sich die soziale und ökonomische Struktur der einzelnen Nachfragegruppen beschreiben (Altersgruppen, Haushaltstypen, Wohnsituation, Kulturkreis)?
· Aus welchen Motiven wollen die einzelnen Nachfragegruppen einen Kleingarten pachten?
· Welche Bedeutung hat die Lage des Kleingartens (Entfernung zur Wohnung, Lage im Stadtgebiet/im Umland)?
· Welche Kosten (Einstiegskosten, laufende Unterhaltskosten) werden für einen Kleingarten in Kauf genommen?
METHODEN
Repräsentative telefonische Haushaltsbefragung (906 Haushalte)
· Schriftliche Befragung von Kleingartenvereinen (221 Vereine)
· Telefonische Befragung von Kleingartenpächtern (223 Pächter)
· Telefonische Befragung von Kleingartenanwärtern/- bewerbern (125 Anwärter).
Alle Teilstudien wurden zwischen Oktober und Dezember 2002 durchgeführt und abgeschlossen.
ERGEBNISSE
Wie finden Interessenten einen Kleingarten?
Interessenten für einen Kleingarten in einem bestimmten Verein können sich entweder auf eine Warteliste setzen lassen oder darauf hoffen, dass sie direkt, zum Beispiel über Bekannte oder Verwandte, an die sie interessierende Parzelle herankommen. Knapp drei Viertel aller Vereine, die sich an der Befragung beteiligt haben, haben so genannte Anwärter auf einer Warteliste. Durchschnittlich kommen auf jeden Kleingartenverein zehn Anwärter. Die höchsten Bewerberquoten finden sich in den Stadtteilen Lokstedt, Iserbrook, Eilbek, Barmbek und Eimsbüttel, also in überwiegend dicht bebauten, innerstädtischen Wohnquartieren. Die Vergabe der Parzellen erfolgt in der Regel nach der Reihenfolge der Anmeldung. Einige Vereine bevorzugen Familien mit Kindern.
Ist keine formelle Warteliste vorhanden, erfolgt bei diesen Vereinen die Vergabe in der Regel direkt, beispielsweise an Bekannte oder Verwandte bereits im Verein eingetragener Mitglieder.
Bei gut der Hälfte der Vereine standen zum Zeitpunkt der Befragung keine angebotenen Parzellen zur Verfügung. Die Gründe dafür, dass Parzellen leer stehen, liegen nur zu einem kleinen Teil an einer zu geringen Nachfrage. An erster Stelle steht vielmehr die Aussage, die zu verpachtenden Kleingartenparzellen seien zu teuer beziehungsweise die geforderte Ablösesumme sei zu hoch. Dies verweist darauf, dass für einen Teil der Nachfragegruppen nach einem Kleingarten der finanzielle Aspekt eine wichtige Rolle dabei spielt, ob ein Kleingarten gepachtet werden kann oder nicht.
Auf die Frage, wie sich die Nachfrage nach Kleingärten in Hamburg insgesamt in den nächsten zehn Jahren entwickeln wird, geben knapp 60 Prozent der befragten Vereinsvorsitzenden an, die Nachfrage würde ihrer Einschätzung nach zunehmen. Als Begründung wird überwiegend die schlechte wirtschaftliche Situation genannt, die es vor allem Familien mit Kindern nicht erlaube, teure Urlaubsreisen zu unternehmen oder gar ein eigenes Haus mit Garten zu erwerben.
Wer bewirbt sich gegenwärtig um einen Kleingarten?
Das Durchschnittsalter der befragten Bewerber um einen Kleingarten beträgt 47 Jahre. Bei den befragten Pächtern ist das Durchschnittsalter mit 62 Jahren deutlich höher. Es lässt sich also davon ausgehen, dass in den nächsten Jahren aufgrund dieser Strukturen innerhalb der Kleingartenpächter eine „Verjüngung“ erfolgt.
Knapp die Hälfte der befragten Anwärterhaushalte hat Kinder unter 12 Jahren. Damit unterscheidet sich die Gruppe der befragten Anwärter wiederum erheblich von der der Pächter, mit, bedingt durch den höheren Altersdurchschnitt, lediglich knapp 9 Prozent Kinder unter 12 Jahren.
Rund 90 Prozent der befragten Kleingartenanwärter sind in Deutschland geboren. Fünf Prozent stammen aus einem osteuropäischen Land, mehrheitlich aus Polen und der ehemaligen Sowjetunion. Des Weiteren handelt es sich überwiegend um in der Türkei geborene Befragte, die übrigen verteilen sich auf unterschiedliche Geburtsländer. Es besteht somit ein Trend, wonach sich verstärkt Familien aus dem osteuropäischen Raum, aber auch türkische Familien, für einen Kleingarten interessieren.
Was sind die Motive für einen (Klein-) Garten?
Hauptsächliche Motive, sich um einen Kleingarten zu bewerben, sind der „Spaß an der Gartenarbeit“ und der Wunsch nach einer sinnvollen Freizeitbeschäftigung. An „der frischen Luft“ sein und etwas für die Gesundheit tun zu wollen, sind ebenfalls wichtige Motive. Bei rund einem Drittel der Bewerber um einen Kleingarten spielen die Kinder eine Rolle. Der Anbau von eigenem Obst und Gemüse wird ebenfalls von fast einem Drittel der Anwärter genannt. Knapp jede/r Fünfte möchte den Kleingarten als Ergänzung zur Stadtwohnung haben.
Diesem Motiv entspricht, dass die Nähe der Kleingartenanlage zur Wohnung der am häufigsten genannte Grund für die Wahl des jeweiligen Kleingartenvereins ist. In dieses Bild passt auch, dass mehr als drei Viertel der befragten Anwärter angeben, sie würden entweder mit dem Rad in die Kleingartenanlage fahren oder zu Fuß dorthin gehen wollen. Insgesamt wird von der absoluten Mehrheit der Bewerber eine Wegzeit von bis zu 30 Minuten in Kauf genommen, um in die gewünschte Kleingartenanlage zu kommen, unabhängig von dem jeweiligen Verkehrsmittel. Längere Wegzeiten sind dagegen nur für die wenigsten Kleingartenbewerber akzeptabel. Für fast 90 Prozent der befragten Anwärter käme ein im Umland von Hamburg gelegener Kleingarten nicht in Betracht.
Auch die Attraktivität einer Kleingartenanlage ist ein wichtiges Auswahlkriterium. Kleingärten in der Nähe von Gewässerläufen sind besonders begehrt, und es werden dafür auch längere Wartezeiten in Kauf genommen.
Die Wartezeit von der Bewerbung bis zur Zuteilung eines Kleingartens beträgt in der Regel ein halbes Jahr. Bei längeren Wartezeiten handelt es sich meistens um eine ganz bestimmte Parzelle in einer spezifischen Kleingartenanlage.
Wie viel wird für einen Kleingarten als Ablösesumme gezahlt?
Eine wesentliche sozialpolitische Bedeutung des Kleingartenwesens lag ursprünglich in der Nutzung durch ökonomisch und sozial benachteiligte Bevölkerungsgruppen. Entsprechend liegt eine wichtige Zugangsbeschränkung für das Pachten einer Kleingartenparzelle in der Höhe der Ablösesumme, die in der Regel an den vorherigen Pächter gezahlt werden muss. (4)
Hierzu wird von den befragten Anwärtern als „Schmerzgrenze“ für die Höhe einer solchen Ablösesumme am häufigsten ein Betrag zwischen 3.500 und 5.000 Euro genannt.
Wie groß soll eine Kleingartenparzelle sein?
Das Bundeskleingartengesetz legt eine Obergrenze von 400 qm je Kleingartenparzelle fest. Diese Größenangabe spiegelt sich auch in den Wünschen der befragten Anwärter wider. So wünscht sich knapp die Hälfte der befragten Anwärter eine Parzelle in der Größenordnung von 300 bis 400 qm. Eine deutlich größere Parzelle wünschen sich nur wenige Befragte (8,1 %). 16,2 Prozent sagen sogar, dass weniger als 300 qm für sie ausreichend seien. Vor allem ältere Menschen und Ein-Personen-Haushalte legen weniger Wert auf eine große Fläche.
Auch ein Teil der derzeitigen Kleingartenpächter kann sich vorstellen, dass ihre Parzelle kleiner als bisher sein könnte. Als Konsequenz daraus wird empfohlen, bei Neuplanungen oder Umstrukturierungen von Kleingartenanlagen einen Teil der angebotenen Gärten mit einer Fläche von unter 300 qm vorzusehen.
Wie bewerten die derzeitigen Pächter die Kleingartensituation?
Die bisherige Generation der Kleingartenpächter behält ihren Kleingarten überwiegend dauerhaft und länger als nur über eine Lebensphase hinweg. Weit über 60 Prozent der Pächter haben den Garten bereits länger als zehn Jahre, jede/r Zehnte sogar länger als 30 Jahre. Als hauptsächliche Gründe für die Aufgabe des Kleingartens werden ein hohes Alter, Krankheit, der Wegzug in eine andere Stadt sowie der Bau oder Erwerb eines eigenen Hauses mit Garten genannt. Entsprechend niedrig ist die jährliche Fluktuationsrate vor allem bei Kleingärten in beliebten Anlagen.
Die Aussage „Der Kleingarten ist im Sommer meine liebste Freizeitbeschäftigung“ bejahen fast 90 Prozent der befragten Kleingärtner. Der Kleingartenverein hat für die Mehrzahl der befragten Kleingärtner darüber hinaus eine wichtige soziale Funktion. Drei Viertel aller befragten Pächter haben dort Freunde und Bekannte. Es lässt sich jedoch ein deutlicher Zusammenhang zwischen der Dauer, wie lange ein Kleingarten bereits im Besitz ist, und der Bedeutung der damit verbundenen sozialen Beziehungen feststellen. So sind vor allem die älteren Pächter sehr stark in das vorhandene soziale Beziehungsgeflecht eingebunden. Hinzu kommen nicht nur Kinder, sondern auch Enkel und andere Verwandte, für die der Kleingarten ein beliebter Anlaufpunkt ist.
Die Bedeutung des Kleingartens für das Alltagsleben der Pächter zeigt sich auch in der Nutzungshäufigkeit. Fast alle befragten Kleingärtner suchen ihren Kleingarten vor allem in der warmen Jahreszeit mindestens zwei bis drei Mal pro Woche auf.
Über die Hälfte der befragten Kleingärtner benutzt entweder das Fahrrad oder geht zu Fuß, um in den Kleingarten zu kommen. Dies ist ein wichtiger Hinweis auf die überwiegend vorhandene Nähe zwischen Wohnung und Kleingarten. Allerdings fahren auch knapp vierzig Prozent mit dem Pkw (oder Motorrad). Deutlich seltener werden dagegen Bus oder Bahn für den Weg zum Kleingarten genutzt.
Wie bereits angeführt, kommt es für die Mehrzahl der befragten Pächter nicht in Betracht, ihren Kleingarten in absehbarer Zeit aufzugeben. Allerdings: Mehr als die Hälfte der Pächter würde keinen Garten mehr haben wollen, wenn er ihnen gekündigt würde. Dies sind überwiegend ältere Befragte, die es sich nur schwer vorstellen können, an anderer Stelle wieder einen Neuanfang mit einem Kleingarten zu machen. Ein Viertel der befragten Pächter würde erwarten, dass sie eine Ersatzparzelle gestellt bekämen und jeder Sechste würde sich in einem solchen Fall selbst eine neue Parzelle suchen. Dabei sollte eine mögliche Ersatzparzelle überwiegend in der gleichen Entfernung zur Wohnung liegen wie der bisherige Kleingarten.
Was sind besondere Probleme aus Sicht der Kleingärtner?
Aus Sicht vieler vor allem älterer Kleingartenpächer stellt vor allem der geringere soziale Zusammenhalt in den Kleingartenanlagen ein wesentliches Problem dar. Dazu gehört auch, dass es zunehmend schwieriger wird, Interessierte für Gemeinschaftsarbeiten und die oftmals sehr zeitaufwändige ehrenamtliche Verwaltungsarbeit zu bekommen. An diesen Aussagen zeigt sich auch der Generationenwechsel innerhalb der Kleingartenpächter.
Besondere Problembereiche sind aus Sicht der Kleingartenpächter die zunehmende Zahl an Einbrüchen, die Verschmutzung der Kleingartenanlagen durch Müll und die Lärmbelästigung durch umliegende Gewerbegebiete oder Straßen.
Hinsichtlich der Entwicklung der zukünftigen Nachfrage nach Kleingärten zeigen sich über 40 Prozent der befragten Pächter optimistisch, dass die Nachfrage zunehmen wird. Rund ein Viertel der Pächter ist der Ansicht, dass die Nachfrage gleich bleiben wird, und lediglich jeder siebte Pächter glaubt, dass es einen Rückgang geben wird.
Ergebnisse der Haushaltsbefragung
Insgesamt wurden 906 Haushalte im Oktober 2002 telefonisch befragt. Bei der Stichprobenauswahl erfolgte eine leicht stärkere Berücksichtigung von Bewohnern in mehrgeschossigen Wohngebäuden. Inhaltlich ging es vor allem um die Frage nach einem (Klein-) Gartenwunsch und um die Motive dafür.
Gartenbesitz und Gartenwunsch
Mehr als jeder Dritte ohne eigenen Garten in Hamburg hätte gerne einen eigenen Garten, wobei der Wunsch danach unterschiedlich konkret ist. Die Motive für den Gartenwunsch decken sich weitgehend mit den Ergebnissen aus der Befragung der Pächter und der Anwärter. So steht an erster Stelle das Bedürfnis, „draußen, an der frischen Luft“ zu sein. An zweiter Stelle folgt der Wunsch, mit dem Garten eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung zu haben. Eigenes Gemüse und Obst anzubauen, steht an dritter Stelle der Gründe, gefolgt von dem Bedürfnis nach einer Rückzugsmöglichkeit sowie einem „eigenen Fleckchen Erde“.
Rund 40 Prozent der Nichtgartenbesitzer mit Gartenwunsch könnten sich vorstellen, einen Kleingarten zu pachten. Dagegen lehnt rund ein Drittel der Nicht- Gartenbesitzer es kategorisch ab, einen Kleingarten zu pachten, und ein weiteres Viertel kann sich einen Kleingarten ebenfalls „eher nicht“ vorstellen.
Welche Gründe werden gegen einen Kleingarten genannt?
Als Gründe, die gegen einen Kleingarten sprechen, werden vor allem genannt „zu viel Arbeit“ und „das Kleingartenwesen ist zu spießig“. Auch befürchtete Reglementierungen durch Satzungen und Auflagen und die mit dem Vereinsleben als lästig empfundenen Verpflichtungen spielen eine wesentliche Rolle bei der Ablehnung durch die befragten Haushalte. Ablösesummen und die laufenden Kosten durch Pacht halten rund fünf Prozent der Befragten davon ab, sich für einen Kleingarten zu interessieren. Ein kleinerer Teil der Befragten sind Camper oder besitzen bereits ein Wochenendhaus.
Wie weit soll der Kleingarten von der Wohnung entfernt sein?
Wie bei den befragten Bewerbern ergab sich auch in der Haushaltsbefragung eine maximal gewünschte zeitliche Entfernung des Kleingartens von durchschnittlich 30 Minuten, und zwar unabhängig vom jeweils benutzten Verkehrsmittel.
Zu Fuß oder mit dem Fahrrad wäre dies ein Radius von 1,5 bis 4 Kilometern, in dem die gewünschte Parzelle zu erreichen wäre. Bei der Nutzung von Bus, U- oder SBahn erweitert sich dieser Radius, je nach Verkehrsanbindung und Entfernung zur nächsten Haltestelle, auf vier bis sechs Stationen. Mit dem Auto ist, je nach Verkehrsdichte und einer mittleren Geschwindigkeit von 25 bis 30 km/h, eine Entfernung von bis zu 15 Kilometern realisierbar. Aus ökologischen Gründen ist es allerdings fraglich, ob die Anfahrt mit dem Pkw durch eine weitere Entfernung zwischen Wohnung und Kleingarten unterstützt werden sollte. Auch Kindern sollte der Weg zum Kleingarten zu Fuß oder mit dem Fahrrad grundsätzlich ermöglicht sein.
Wer sind die potenziellen Nachfragergruppen?
Über 90 Prozent der an einem Kleingarten Interessierten wohnen in Mehrfamilienhäusern, davon wiederum 80 Prozent in einem Haus mit mehr als drei Stockwerken. Die größte Nachfrage besteht dabei von Befragten, die in Wohnsiedlungen mit mehrgeschossigen Wohngebäuden aber einem durchaus grünen Wohnumfeld leben, wie beispielsweise Barmbek-Nord oder Wandsbek. An einem Kleingarten Interessierte wohnen auf eher engem Raum im Vergleich zu anderen Bevölkerungsgruppen. Die durchschnittliche Wohnfläche pro Person der Interessierten beträgt 36,6 qm, für die Befragten insgesamt 43,5 qm.
Bei der Nachfrage besteht zudem ein eindeutiger Zusammenhang mit der Altersgruppe: Die größte Nachfragegruppe bilden die 35- bis unter 50-Jährigen, an zweiter Stelle folgt die Altersgruppe der 50- bis unter 65-Jährigen, erst dann kommen die 20- bis unter 35-Jährigen. Bezogen auf den Anteil der jeweiligen Altersgruppe sind die 50- bis unter 65-Jährigen (“Generation 50 plus”) diejenigen, die prozentual am stärksten an einem Kleingarten interessiert sind (fast jede/r Zehnte). Dagegen zeigt bei den 25- bis unter 35-Jährigen nur etwa jeder zwanzigste Haushalt Interesse.
Haushalte mit einem anderen als deutschem kulturellen Hintergrund sind überdurchschnittlich an einem Kleingarten interessiert. Dabei handelt es sich überwiegend um polnische oder türkische Befragte sowie um so genannte Spätaussiedlerfamilien.
Rund 18 Prozent der unmittelbar an einem Kleingarten interessierten Haushalte haben Kinder unter 12 Jahren. Dieser Prozentsatz liegt leicht über dem der Haushalte mit Kindern dieser Altersgruppe in Hamburg insgesamt.
Der Anteil der Ein-Personen-Haushalte unter den an einem Kleingarten Interessierten beträgt knapp 40 Prozent (Hamburg insgesamt 47,9 Prozent). Hierbei handelt es sich vor allem um ältere Personen ohne Kinder und ohne Partner, die durch die Beschäftigung mit einem Kleingarten eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung und die Einbindung in ein soziales Umfeld anstreben.
Etwa die Hälfte der Kleingarteninteressierten hat ein Haushaltsnettoeinkommen zwischen 1.000 und 2.500 Euro, knapp ein Fünftel verfügt über weniger als 1.000 Euro im Monat. (Durchschnittliches Monatseinkommen in Hamburg insgesamt je Steuerpflichtigem: 2.800 Euro). Tendenziell gibt es somit eine verstärkte Nachfrage aus dem Einkommensbereich im unteren Drittel der Hamburger Haushalte.
Wie hoch ist die Nachfrage nach Kleingärten in Hamburg?
38 Prozent aller befragten Haushalte wü nschen sich einen eigenen Garten. Hoch gerechnet auf Hamburg sind dies zusammen rund 330.000 Haushalte.(5) Von diesen Haushalten sagen:
? 4,2 Prozent (gleich rund 14.000 Haushalte), sie möchten auf jeden Fall einen Kleingarten haben, das heißt, sie suchen entweder bereits oder haben dies in nächster Zeit vor;
? 12,3 Prozent (gleich rund 40.000 Haushalte), sie würden einen Kleingarten pachten, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt seien (zum Beispiel Fußläufigkeit, die Nähe zur Wohnung, Familienfreundlichkeit, nette Leute).
Gegenwärtig wären also in Hamburg rund 14.000 Haushalte ohne einen eigenen Garten unmittelbar an einem Kleingarten interessiert. Hinzukommen weitere rund 40.000 Haushalte, die sich zumindest vorstellen könnten einen Kleingarten zu pachten.
Wie wird sich die Nachfrage bis 2015 entwickeln?
Für die Abschätzung der zukünftigen Nachfrage und des zukünftigen Bedarfs nach Kleingärten in Hamburg bis in das Jahr 2015 sind verschiedene Rahmenbedingungen relevant:
· Bevölkerungsentwicklung in Hamburg insgesamt
Nach der aktuellen Bevölkerungsprognose des Hamburger Senats wird die Bevölkerungszahl, bedingt durch Sterbeüberschüsse und Abwanderungen, wieder zurückgehen. Es werden somit im Jahr 2015 rund 65.000 Personen weniger in Hamburg leben (-3,7 Prozent) als heute.(6)
Da dieser Bevölkerungsrückgang vor allem durch einen Überschuss an Sterbefällen insbesondere der Altersgruppen bedingt ist, die aufgrund ihres hohen Alters ohnehin als Nachfrager für einen Kleingarten nicht in Frage kämen, wird diese Entwicklung auf die Nachfrage nach Kleingärten jedoch nur einen geringfügigen Einfluss haben.
· Zunahme von Ein-Personen- Haushalten
Der Anteil der Ein-Personen-Haushalte an allen Haushalten nimmt weiterhin zu. Im Jahr 2001 bestanden 48 Prozent (gle
447.400) aller Hamburger Haushalte aus nur einer Person. Es ist zu erwarten, dass aus dieser Bevölkerungsgruppe eine zunehmende Nachfrage nach Kleingärten erfolgen wird, die sich jedoch zahlenmäßig durch einen Rückgang anderer Gruppen (zum Beispiel Familien) nicht stärker ausprägen wird. Qualitativ sind mit einer verstärkten Nachfrage von Ein-Personen- Haushalten allerdings Veränderungen des Angebots an Kleingärten (zum Beispiel im Hinblick auf die Größe oder auf gemeinschaftlich genutzte Gärten) verbunden.
· Zuwanderungen
Weitere mögliche Nachfragegruppen für einen Kleingarten sind Zuwanderer aus anderen Bundesländern oder aus dem Ausland. Die Zahl der jährlichen Zuzüge nach Hamburg ist seit 1970 mit rund 84.000 und im Jahr 2000 mit rund 82.000 Personen fast unverändert geblieben.
Gegenwärtig bildet die Altersgruppe der 25- bis 35-Jährigen noch den größten Anteil der Zugewanderten. Es ist aber bereits heute ein Trend zu beobachten, wonach Ehepaare, die in den 70er Jahren in der Familiengründungsphase in das Umland von Hamburg abgewandert sind, das zu groß gewordene Einfamilienhaus verkaufen und sich eine Eigentumswohnung in der Großstadt suchen. Für diese Bevölkerungsgruppe bietet ein Kleingarten eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung und Ergänzung zur Stadtwohnung.
· Veränderungen der Altersstruktur
Die Anzahl der 25- bis 35-Jährigen, die sich in der Familiengründungsphase befinden, wird deutlich abnehmen. Diese Entwicklung wird sich jedoch ausgleichen durch einen Anstieg des Anteils der Altersgruppe zwischen 45 und 60 Jahren, die sich bei der Befragung als hauptsächlich relevante Nachfragegruppe heraus kristallisiert hat. Diese Gruppe rekrutiert sich im Jahr 2015 aus den vergleichsweise starken Geburtsjahrgängen der 60er Jahre (Kinder der “Babyboomer- Generation”). Kleingartenpächter dieser Altersgruppe werden die gepachteten Kleingärten erst nach 15 bis 20 Jahren wieder aufgeben, so dass ein deutlicher Rückgang der Nachfrage – bei gleich bleibenden Randbedingungen – erst für die Jahre 2030 bis 2035 zu erwarten ist.
· Entwicklung der ausländischen Bevölkerung
Im Jahr 2001 lebten in Hamburg rund 260.000 Personen ausländischer Herkunft (15,1 Prozent der Wohnbevölkerung). In der Pächterbefragung kam bereits jeder zehnte Befragte aus einem anderen Kulturkreis, wobei es sich dabei vor allem um so genannte Spätaussiedler sowie Befragte polnischer oder türkischer Staatsangehörigkeit handelt. In der Haushaltsbefragung zeigten die Befragten aus diesen Kulturkreisen ein deutlich höheres Interesse als die deutschen Interviewpartner an einem Kleingarten. Es ist also davon auszugehen, dass ein wachsender Teil der zukünftigen Nachfrage nach einem Kleingarten aus dem Kreis der ausländischen Bevölkerung und der Spätaussiedler kommen wird.
Auf die gesamte Nachfrage wird sich diese Entwicklung aber nicht erheblich auswirken, weil gleichzeitig bei der hier geborenen deutschen Bevölkerung die Altersgruppe der 25- bis 40-Jährigen deutlich zurückgehen und insofern lediglich eine Verschiebung stattfinden wird.
· Sonstige Veränderungen
Zukünftig wird die Erwerbstätigkeit von Frauen weiter ansteigen und somit deren Zeitbudget für Freizeitaktivitäten wie die Pflege eines Kleingartens abnehmen. Auch die Zahl der Alleinerziehenden nimmt weiter zu. Obgleich ein Kleingarten für diesen Personenkreis durch die Einbindung in ein soziales Kontaktfeld und in ein ideales Umfeld gerade auch mit (kleineren) Kindern positiv wäre, sind Alleinerziehende unter den Kleingarteninteressierten bislang deutlich unterrepräsentiert. Da die Untersuchung nicht ein grundsätzliches Nachlassen des Interesses an einem Garten oder an der Gartenarbeit hat erkennen lassen, unterstützen diese Trends eher noch die Entwicklung dahin, dass die konkret an einem Kleingarteninteressierten immer älter werden und das Einstiegsalter also dementsprechend hoch ist.
Insofern begünstigt eine andere Entwicklung die Nachfrage nach Kleingärten, und zwar die zunehmende Zahl an Frührentnern und Frühpensionären, die in der Gartenpflege eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung sehen, aber nicht (mehr) den Wunsch nach einem eigenen Haus mit Garten haben.
Da weder durch eine Erhöhung der Geburtenzahlen noch durch ein deutlich verstärktes positives Zuwanderungssaldo ein erhöhter Bedarf nach Kleingärten eintreten wird, werden sich der zukünftige Bedarf und die Nachfrage nach Kleingärten in Hamburg vor allem durch Verschiebungen der Altersstruktur bestimmen. Vorausgesetzt, diese Tendenz in der Nachfrage findet sich auch im Jahr 2015 in ähnlicher Ausprägung, sind somit die heutigen ca. 30-45-Jährigen diejenigen, die dann (im Alter von 45- bis 60 Jahren) die höchste Nachfrage äußern werden.
Fazit: Vor dem Hintergrund der hier geschilderten Rahmenbedingungen ist davon auszugehen, dass sich die Nachfrage nach Kleingärten bis zum Jahr 2015 quantitativ nicht wesentlich verändern wird, sondern dass es innerhalb der Struktur der Kleingartenpächter qualitative Verschiebungen geben wird. Das heißt, es werden vor allem Menschen aus unterschiedlichen Kulturkreisen einen Kleingarten nachfragen als bisher und es werden zunehmend auch Bevölkerungsgruppen Interesse an einem Kleingarten haben, die nicht zum traditionellen Klientel der Kleingärtner zählen.
Zusammenfassende Bewertung und Empfehlungen
Kleingärten und Kleingartenparks sind ein wesentlicher Bestandteil des Hamburgischen Freiraumangebots. Sie bilden für viele Menschen einen wichtigen Bestandteil ihrer Freizeit. Kleingartenvereine bieten die Einbindung in ein soziales Netzwerk. Angesichts einer zunehmenden Individualisierung der Gesellschaft sollte dieser Aspekt für die Integration einzelner sozialer Gruppen zukünftig stärker Berücksichtigung finden.
Die rund 35.000 Kleingärten in Hamburg haben neben ihrer stadtökologischen Funktion nicht nur für die Pächter der Kleingärten selbst, sondern auch für deren Familien und das entsprechende soziale Umfeld, eine wichtige Bedeutung als Ort für Freizeit und Erholung in der Stadt. Kleingärten tragen dazu bei, das Bedürfnis vieler Menschen, draußen zu sein, sich mit der Natur zu beschäftigen und sich im Garten körperlich zu betätigen, zu erfüllen. Ein Kleingarten bietet die Möglichkeit einer Rückzugsmöglichkeit und einem „eigenen Fleckchen Erde“, ohne gleich ein Haus bauen zu müssen oder in das Umland zu ziehen.
Die Nachfrage nach Kleingärten als Ergänzung zu einer Stadtwohnung ist nach wie vor vorhanden. Bis zum Jahr 2015 werden sich jedoch keine grundlegenden quantitativen Veränderungen gegenüber der heutigen Situation ergeben, das heißt, die Nachfrage bis zum Jahr 2015 kann aus dem bisherigen Bestand gedeckt werden.
Die Funktion der Kleingärten gegenüber früher hat sich deutlich verändert. Im Mittelpunkt steht der Wunsch nach einer sinnvollen und gesunden Freizeitbeschäftigung. In einer Gesellschaft, die zunehmend stärker an Freizeit orientiert ist und der Gesundheit einen immer höheren Stellenwert bekommt, spielen Kleingärten damit eine wichtige Rolle.
Neben Familien suchen in der Beschäftigung mit dem Kleingarten überwiegend (Ehe-)Paare kurz vor der dritten Lebensphase eine gemeinsame und sinnvolle Freizeitbetätigung.
Darüber hinaus gibt es weitere Nachfragegruppen, die sich in zunehmendem Maß für einen Kleingarten interessieren. Dazu zählen zum einen türkische Familien, für die der Kleingarten nicht nur Obst und Gemüse für den täglichen Bedarf liefert, sondern auch Kommunikationsort und Treffpunkt für die ganze Familie ist. Auch Spätaussiedler-Familien mit einem vorwiegend ländlichen Hintergrund fragen zunehmend Kleingärten nach.
Die Befragung hat die Bedeutung wohnungsnaher Kleingärten unterstrichen. Nur ein kleiner Teil der Bevölkerung würde Kleingartenanlagen im Umland oder in weiterer Entfernung von der Wohnung liegende Kleingartenanlagen akzeptieren. Nicht nur im Bestand, sondern auch bei der Ausweisung neuer Wohnflächen sollte daher auf eine entsprechende räumliche Zuordnung von Kleingärten geachtet werden.
Kleingärten in guter Lage, das heißt, in der Nähe von größeren Wohnsiedlungen, in der Nähe von Gewässerläufen oder in attraktiven Kleingartenparks, erfreuen sich nach Gutachten konsalt Bedarfsanalyse Kleingärten in Hamburg wie vor großer Beliebtheit und sind oftmals nur nach längerer Wartezeit erhältlich.
Kleingärten sind aber nicht nur für die eigentlichen Nutzer von Bedeutung, sondern sie können auch für die umliegenden Wohnquartiere und deren Bevölkerung Ziel bei Spaziergängen sein oder als attraktive Wegeverbindung dienen. Insbesondere in den Stadtteilen der inneren Stadt sind Kleingärten auch eine Bereicherung der vorhandenen Freiräume.
Die Anpachtung eines Kleingartens ist gerade für sozial und ökonomisch schwache Bevölkerungsgruppen aus finanziellen Gründen vielfach nicht realisierbar. In der Erhöhung der Zugangschancen für Bevölkerungsgruppen mit geringerem Einkommen besteht ein wesentlicher Handlungsbedarf.
Vorhandene Leerstände sind nicht auf eine nachlassende Nachfrage an Kleingärten, sondern vor allem auf eine mangelhafte Qualität der Parzellen selbst oder aber der umliegenden Umgebung (Lärm, Gewerbe, Bodenbelastungen) zurückzuführen. Um in solchen Fällen den Bestand dieser Anlagen zu sichern, sind entsprechende planerische Maßnahmen erforderlich.
Von welchem Bedarfswert sollte zukünftig ausgegangen werden?
Angesichts der derzeitigen und der zukünftig zu erwartenden Nachfrage nach Kleingärten, die sich voraussichtlich quantitativ bis zum Jahr 2015 nicht deutlich erhöhen, aber auch nicht wesentlich verringern wird, sollte die gegenwärtig tatsächlich vorhandene Versorgung im Geschosswohnungsbau von einem Kleingarten auf 18 bis 19 Wohnungen (bezogen auf alle Geschosswohnungen) auf gesamtstädtischer Ebene im Bestand beibehalten werden.
Vor dem Hintergrund des Leitbildes einer wachsenden Stadt sollte jedoch bei der Neuausweisung von Wohnbebauung im Rahmen von Bebauungsplänen der im Landschaftsprogramm festgelegte Planungsrichtwert von 1:14 (bezogen auf den gartenlosen Geschosswohnungsbau) weiterhin gültig sein.
Wo liegen Handlungsfelder für die Entwicklung des Kleingartenwesens??
1. Die veränderte Bedeutung der Kleingärten weg von der Versorgungsfunktion hin zu einer umfassenden – überwiegend sommerlichen - Freizeitaktivität. Hieran knüpft sich auch die Frage, ob die zu beobachtende sozioökonomische Veränderung der Struktur der Kleingartenpächter nicht auch eine andere, gerechtere Form der Finanzierung erforderlich macht.
2. Der eingeschränkte Zugang zu einem Kleingarten, insbesondere für Bezieher geringerer Einkommen. In Zusammenhang damit steht auch eine zu geringe Transparenz über das vorhandene Angebot an Kleingärten. Hier sollte auch bei der Vergabepraxis über eine stärkere Zentralität nachgedacht werden.
3. Das Image des Kleingartenwesens, das, ob berechtigt oder nicht, in der breiten Öffentlichkeit eher als nicht zeitgemäß gilt. Hier sind grundlegende Veränderungen in der Öffentlichkeitsarbeit und der Kommunikation nach außen erforderlich.
4. Ein wesentlicher Teil der Arbeit in Kleingartenvereinen wird ehrenamtlich geleistet. Neben der zeitlichen Belastung für die Vereinsvorstände stellen sich aufgrund der derzeitigen Altersstruktur der Pächter für die Vereine vielfach erhebliche Nachwuchsprobleme. Hier sollte verstärkt über mögliche Unterstützungsleistungen nachgedacht werden.
5. Die weitere Erschließung insbesondere innerstädtisch gelegener Kleingartenanlagen für eine breitere Öffentlichkeit. Die bisherige Entwicklung zu Kleingatenparks ist ein Schritt in diese Richtung.
Notwendige Veränderungen sollten in der Diskussion mit den Betroffenen gemeinsam entwickelt werden, um auf die dafür erforderliche breite Akzeptanz zu stoßen.
Fußnoten
(1) Leitbild „Metropole Hamburg - Wachsende Stadt“. Senatsdrucksache vom 11.7.02
(2) Freie und Hansestadt Hamburg: Landschaftsprogramm. 1997.
(3) Quelle: Umfrage Gartenamtsleiter (GALK), 1993.
(4) Für die objektive Schätzung des Wertes eines Kleingartens gibt es Entschädigungsrichtlinien, nach denen der Wert der Bepflanzung, der Einrichtung sowie der Laube erfolgen soll und die gleichzeitig als Obergrenze für die Ablösesumme dient.
(5) Zu Grunde gelegt wurde eine um die Zahl der unverheiratet Zusammenlebenden bereinigte Größe von 864.000 Haushalten.
(6) Angesichts des Leitbildes des Hamburger Senats einer Wachsenden Stadt liegt dieser Untersuchung die obere, also optimistischere Variante der Bevölkerungsvorausschätzung zu Grunde. Die neue koordinierte Bevölkerungsvorausschätzung aller Statistischen Landesämter wird derzeit erarbeitet, die Ergebnisse für Hamburg werden voraussichtlich erst im Jahr 2004 vorliegen. Bis dahin ist die derzeitig gültige Prognose vom März 2000 Grundlage aller Fachplanungen.
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