"Mitte Altona" - Präsentation der Ergebnisse des städtebaulich-landschaftsplanerischen Wettbewerbs
Standort
Nachdem die Ergebnisse des städtebaulich-landschaftsplanerischen Wettbewerbs am 19.11. der Presse vorgestellt wurden, bekommt nun auch die Allgemeinheit in die Planungen zu sehen. Die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU) stellt der Öffentlichkeit die Ergebnisse des Wettbewerbs vor, der zwischen Juli und November 2010 durchgeführt wurde, und lädt alle Interessierten zur Ausstellung und Präsentation der Ergebnisse des Wettbewerbs betreffend des sogenannten "Bahngeländes".
Das "Bahngelände" ist eine zwischen dem Holstenbahnhof und den Bahnhöfen Diebsteich und Altona gelegene Fläche, die der Bahn seinerzeit kostenlos von der Stadt überlassen wurde. Nach der geplanten Verlegung des Fernbahnhofs Altonas möchten die heutigen Besitzer der Flächen, die Deutsche Bahn AG, aurelis Real Estate GmbH und die Holsten-Brauerei AG, die Flächen möglichst lukrativ entwickeln.
Gegen das drohende "Altona 21" hat sich eine Bürgerinitiative "Altopia" gegründet, die echte Bürgerbeteiligung an dem Projekt einfordert und für sozialen Wohnungsbau eintritt. Dem Flyer der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU) sind folgende Vorhaben für das sogenannte "Bahngelände" zu entnehmen:
Die Chronik des Verfahrens
Vorbereitende Untersuchungen und städtebaulich-landschaftsplanerischer Wettbewerb Mitte Altona
Die Flächen westlich der Harkortstraße stehen in den folgenden Jahren für eine städtebauliche Weiterentwicklung Altonas zur Verfügung. Große Flächen entlang der Harkortstraße sind bereits seit Jahren ungenutzt. Falls die Deutsche Bahn, wie angedacht, den Fernbahnhof Altona zum heutigen S-Bahnhof Diebsteich verlagert, würden weitere Flächen frei, auf denen ein neues familienfreundliches Wohnquartier mit einer großen Grünanlage entstehen kann. Die Planungen für eine solche städtebauliche Weiterentwicklung Altonas sind noch in einem frühen Stadium. Die folgende Übersicht fasst den bisherigen Planungsverlauf sowie die geplanten
Schritte zusammen:18.12.2007
Beschluss des Senats der Freien und Hansestadt Hamburg, für das Gebiet „Mitte Altona“ Vorbereitende Untersuchungen nach § 165 Baugesetzbuch einzuleiten
(Gebiet s. Karte links). Ausgangspunkt hierfür waren die Überlegungen der Deutschen Bahn, den Fernbahnhof Altona als Durchgangsbahnhof auf der Höhe des heutigen S-Bahnhofs Diebsteich neu zu errichten. Ziel von Vorbereitenden Untersuchungen ist eine Analyse der Rahmenbedingungen, Möglichkeiten und Hindernisse sowie von Chancen und Risiken einer städtebaulichen Entwicklung der Flächen.August 2009
Die Vorbereitenden Untersuchungen Mitte Altona wurden im August 2009 gestartet.
Ma i/ Juni 2010
Im Mai und Juni 2010 wurden öffentliche Informations- und Beteiligungsveranstaltungen zur Vorbereitenden Untersuchung sowie zum anstehenden städtebaulichen und landschaftsplanerischen Wettbewerb (s.u.) durchgeführt. Zur Teilnahme an diesen Veranstaltungen waren alle interessierten Bürger/ -innen eingeladen.
Juli bis November 2010
Im Juli 2010 wurde ein städtebaulicher und landschaftsplanerischer Wettbewerb mit zehn teilnehmenden Büros gestartet (Gebiet s. Karte links). Dieser soll ein langfristiges Konzept für die räumliche Entwicklung des gesamten Wettbewerbsgebiets liefern. Für den östlichen Realisierungsteil, also die Flächen entlang der Harkortstraße, sollen zudem konkretere Entwürfe entwickelt werden, da dieser Teil des Gebietes als erstes bebaut werden kann. Ziel ist es, dass ein familienfreundliches Wohnquartier mit ca. 1.600 bis 2.000 Wohneinheiten sowie eine 8 bis 10 Hektar große Grünanlage auf dem Gelände entstehen kann.
Auslober des Wettbewerbs sind die Freie und Hansestadt Hamburg sowie die drei Eigentümer der Flächen (Deutsche Bahn AG, aurelis Real Estate, Holsten Brauerei AG). Die Stadt Hamburg besitzt keine Bauflächen auf dem Gelände.November 2010
Im November wird das Preisgericht des Wettbewerbs, dem rund 60 Personen - 25 davon mit Stimmrecht - angehören, den Siegerentwurf küren. Zu dieser Jury gehören Vertreter der Eigentümer der Flächen, Vertreter der Politik (aus der Hamburgischen Bürgerschaft und der Bezirksversammlung Altona) sowie Vertreter aus der Hamburger Verwaltung. In diesem Verfahren wurde zudem die besondere Vorgehensweise gewählt, zusätzlich sechs Vertreter/ -innen der Bürger in das
Gremium zu wählen, um die Bürgermeinung stärker in das Verfahren einfließen lassen zu können. Diese Bürger sind als Berater und Beobachter in der Jury.ca. März 2011
Die Vorbereitenden Untersuchungen werden voraussichtlich Ende März 2011 abgeschlossen. Die Ergebnisse des Wettbewerbs werden in die Vorbereitenden Untersuchungen mit eingearbeitet. Das Ergebnis der Untersuchungen wird der Öffentlichkeit voraussichtlich im Frühjahr vorgestellt.
2011
Auf der Grundlage der Ergebnisse des Wettbewerbs sollen im Jahr 2011 die Bebauungspläne für den ersten Bauabschnitt (Realisierungsteil des Wettbewerbs, s. Karte links) ausgearbeitet werden.
ab 2012
Auf Grundlage dieser Bebauungspläne soll ab dem Jahr 2012 mit der Bebauung der Flächen des ersten Bauabschnitts begonnen werden.
2. Hälfte des Jahrzehnts
Der geplante Neubau des Bahnhofs Altona am heutigen Bahnhof Diebsteich ist von der Deutschen Bahn noch nicht beschlossen. Sollte der Vorstand der Deutschen Bahn AG diesem Neubau zustimmen, so soll der Bahnhof in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts errichtet werden. Erst nach dem Umzug des Bahnhofs kann damit begonnen werden, die westlichen Wettbewerbsflächen (Ideenteil, s. Karte links), die heute noch durch den Bahnverkehr genutzt werden, zu bebauen. Eine vollständige Bebauung der Wettbewerbsfläche wird daher erst in etlichen Jahren realisiert werden können.
Häufig gestellte Fragen (FAQs)
Was ist eine Städtebauliche Entwicklungsmaßnahme und was sind Vorbereitende Untersuchungen nach § 165 des Baugesetzbuches?
Eine sog. Städtebauliche Entwicklungsmaßnahme ist ein rechtliches Planungsinstrument in der Stadtplanung. Bevor für ein bestimmtes Gebiet eine städtebauliche Entwicklungsmaßnahme festgelegt werden kann, müssen Vorbereitende Untersuchungen nach §165 Baugesetzbuch (in vielen Dokumenten zur Mitte Altona als „VU§165 Mitte Altona“ bezeichnet) stattfinden.
Weshalb wird ein Städtebaulicher Wettbewerb durchgeführt?
Um ein transparentes und effektives Verfahren für die Ideen- und Konzeptentwicklung zu nutzen, hat die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt zusammen mit den Grundeigentümern einen so genannten Städtebaulich-landschaftsplanerischen Wettbewerb ausgelobt.
Warum wurde ein Städtebaulicher Wettbewerb für erste Flächen des Projektgebiets noch vor dem Ende der Vorbereitenden Untersuchungen gestartet? Besteht hier ein Zeitdruck? Können Ergebnisse der Vorbereitenden Untersuchungen im Wettbewerb berücksichtigt werden?
Vor Beginn der Vorbereitenden Untersuchungen wurde bereits eine Vorstudie für das Gebiet erstellt und da erste Zwischenergebnisse der Vorbereitenden Untersuchungen bereits vorlagen, war die inhaltliche Vorarbeit ausreichend, um den Wettbewerb durchführen zu können. Der Hamburger Wohnungsmarkt ist sehr angespannt und innerstädtischer Wohnraum wird in hohem Maße nachgefragt. Diesen Effekten soll durch den Neubau von Wohnungen entgegengewirkt werden. Zudem sollen die Ergebnisse des Städtebaulichen Wettbewerbs in die Ergebnisse der Vorbereitenden Untersuchungen einfließen, um die Planungen am Ende inhaltlich zusammenführen zu können.
Können sich die Bürgerinnen und Bürger beteiligen?
Bei den aktuell laufenden Verfahren in der „Mitte Altona“ sind Bürgerbeteiligungen nicht zwingend vorgeschrieben: Eine Bürgerbeteiligung ist gesetzlich erst in späteren Planungsphasen vorgesehen, wenn es um konkretere Planungen geht. Da die Stadt Hamburg aufgrund der Größe und Bedeutung des Gebietes jedoch eine frühzeitige Beteiligung der Anwohner ermöglichen möchte, werden schon jetzt regelmäßig Veranstaltungen angeboten.
Was wird aus dem S-Bahnhof-Altona und dem Busbahnhof?
Alle S-Bahn-Verbindungen bleiben erhalten. Auch die Bus-Verbindungen sollen weiterhin bestehen bleiben. Die genaue Gestaltung des Bahnhofsgebäudes und -umfelds kann erst dann genauer geplant werden, wenn klar ist, wann und in welchem Umfang die Fernbahn verlagert wird.




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