Bedeutung der Kleingärten für Ottensen
Um die Jahrhundertwende, als das Neubauviertel Ottensen entstand, pachteten die Bewohner der „neuen“ Wohnungen von Othmarscher Bauern Weiden und machten sie urbar. Der Verein "Heimgartenbund Altona“ wurde 1913 gegründet. In den 20er Jahren bestand der Verein aus 2700 Parzellen, von denen heute noch 250 übriggeblieben sind. Für den Bau von Wohnungen, Schulen, Sportanlagen, dem Altonaer Krankenhaus und der Autobahn mussten die meisten dem öffentlichen Interesse weichen. Jetzt soll auch noch der Rest aufgegeben werden.
Altona und Ottensen gehören zu den eng bebauten, nachverdichteten Wohngebieten Hamburgs, die besonders schlecht mit Grünflächen versorgt sind. Die Belastung der Bevölkerung durch Verkehrslärm und Abgase ist sehr hoch. Leben in der Stadt wird aber nicht nur durch bezahlbaren Wohnraum und Einkaufsmöglichkeiten attraktiv, sondern auch durch Grünanlagen, in denen man spazieren gehen und die Seele baumeln lassen kann. Die Kleingärten rund um den Othmarscher Kirchenweg sind die ersten zusammenhängenden Grünflächen westlich von Ottensen. Mit der Bebauung dieser Fläche verliert Ottensen ein wichtiges Naherholungsgebiet.
Zur Zeit haben die Kleingartenanlagen mit ihren Bäumen, Sträuchern und anderen Pflanzen die Funktion einer grünen Lunge für den Stadtteil. Diese Aufgabe können neu angelegte Gärten über lange Zeit nicht erfüllen; schon gar nicht, wenn sie in Bahrenfeld oder am Volkspark auf dem Autobahndeckel entstehen. Die Bebauung der Flächen bedeutet für Ottensen eine weitere Verschlechterung der Umweltbedingungen:
- Mehr Verkehr
- Mehr Lärm
- Mehr Abgase
Die Kleingärten, die für die Finanzierung des Autobahndeckels bebaut werden sollen, sind die letzten Kleingärten in Ottensen. Etwa 70% der Pächter wohnen in geringer Entfernung (max. 1,5 km) von ihren Gärten. Die meisten erreichen ihren Garten zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Es besteht eine starke Vernetzung der Gärten mit dem Stadtteil. Wohnungsnahe Kleingärten verhindern auch die Abwanderung von Familien mit Kindern ins Hamburger Umland.
Auch die Umweltbehörde weiß um die Bedeutung unserer Kleingärten für Ottensen und Altona. Sie hat die Gärten als Musterbeispiel für wohnungsnahe Kleingärten in einem dichtbesiedelten Bezirk in ihrem Umweltatlas vorgestellt.


